US-Zölle: Chemiebranche bleibt trotz Zoll-Deal unsicher
Leverkusen. An mangelnder Innovation wird Deutschlands Chemiebranche nicht scheitern. Das war zumindest die Botschaft, die der Kunststoffkonzern Covestro am Donnerstag bei einem Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Leverkusen vermitteln wollte.
So präsentierte ein Covestro-Mitarbeiter etwa „selbstheilenden Lack“ – man brauche bloß einen Föhn gegen einen Kratzer im Autolack zu halten, und die Schramme verschließe sich von selbst.
Die klare Botschaft an die Ministerin war aber auch: Selbst heilen wird sich die in der Krise steckende Chemieindustrie kaum. Covestro-Chef Markus Steilemann sagte zu Reiche: „Wir investieren kaum noch in Wachstum, kaum noch in die Zukunft. Und das muss sich ändern – durch politische Rahmenbedingungen.“
Der Branchenkrise entsprechend hat Covestro an diesem Donnerstag schwache Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Zwar liegt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für das zweite Quartal am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 200 bis 300 Millionen Euro. Allerdings beinhaltet dieses Ergebnis 44 Millionen Euro an aufgelösten Rückstellungen, die für Boni vorgesehen waren.