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Manager im ClinchCarsten Maschmeyer gegen Utz Claassen: Der Streit nimmt kein Ende

Die ehemaligen Freunde korrespondieren seit vier Jahren vorwiegend über Anwälte – aktuell vor dem Landgericht Hannover. Es geht um Millionen.Sönke Iwersen, Dennis Schwarz 11.11.2020 - 17:53 Uhr Artikel anhören

Maschmeyer war einmal Geschäftspartner von Claassen. 2015 gerieten sie in Streit.

Foto: BrauerPhotos

Hannover, Düsseldorf. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, in diesem Fall der Vorsitzende Richter Sebastian Höppner am Landgericht Hannover. 750 Euro soll Utz Claassen zahlen, weil der Manager trotz persönlicher Vorladung nicht vor Gericht erschien. Den Einwand seiner Anwälte, Claassen könne als Mitglied der Corona-Risikogruppe wegen der Infektionslage in Deutschland nicht von seinem Aufenthaltsort in Asien anreisen, ließ Höppner nicht gelten. Wenigstens per Video habe sich Claassen doch zuschalten können, sagte der Richter. Claassen tat es nicht, also wurde ein Ordnungsgeld fällig.

Claassen meldete sich danach schriftlich. „Das war heute nach meinem Empfinden eine Show-Veranstaltung, wie ich sie nicht einmal in Nordkorea erwartet hätte.“ Dass in einer solchen Situation gegen einen Kranken trotz Attest ein Ordnungsgeld verhängt werde, sei nach seinem persönlichen Empfinden eine „Mischung von Treppenwitz, Skandal und unnötiger sowie justizunwürdiger Provokation“.

Angesichts solcher Äußerungen geriet das Thema des Streits fast in den Hintergrund. Bis zu 16,35 Millionen Euro verlangt der Mann, der am vergangenen Freitag tatsächlich im Gericht erschien: Carsten Maschmeyer. Der Selfmade-Milliardär und Juror bei der TV-Show „Höhle der Löwen“ war einmal Geschäftspartner von Claassen. 2015 gerieten sie in Streit. Alle Versuche, ihn zu beenden, schlugen fehl.

Ende 2016 verkaufte Maschmeyer seine Anteile an der Medizintechnikfirma Syntellix AG an Claassen. Fast 710.000 Aktien zu einem Preis je Aktie von 7,325 Euro. Maschmeyer sicherte sich zudem einen sogenannten Besserungsschein. Bei einem Weiterverkauf der Anteilsscheine sollte er an möglichen Gewinnen beteiligt werden.

Dies habe Claassen aber nicht gemacht, so der Vorwurf. Der ehemalige Topmanager habe mindestens 380.762 Aktien zu einem deutlich höheren Preis veräußert, ohne dies dem Investor mitzuteilen. Zu welchem Preis genau, das will Maschmeyer nun erfahren – und den vermuteten Gewinnanteil in Millionenhöhe einstreichen.

Maschmeyer schweigt in Sachen Claassen

Aktuell klagt aber nicht nur Maschmeyer – auch Claassen geht in einem Verfahren gegen den AWD-Gründer vor. Die Syntellix AG wirft dem Investor vor, Informationen an Medien durchgestochen und dem Unternehmen geschadet zu haben.

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Hintergrund ist ein geplanter Börsengang der Syntellix AG in Singapur. Die angebliche Schadenshöhe: 6,33 Millionen Euro – möglicherweise müsse man Maschmeyer aber für weitere Schäden jenseits einer Milliarde Euro in Anspruch nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das wäre ungefähr das Tausendfache des zuletzt veröffentlichen Umsatzes. Zu dem und allem anderen in Sachen Claassen sagt Maschmeyer nur: „Ohne Worte.“

Mehr: Medizinfirma von Utz Classen klagt gegen Carsten Maschmeyer

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