Ranking: Autodynastien bremsen Aufsichtsräte bei notwendiger Transformation
Düsseldorf. Die deutsche Wirtschaft steht unter massivem Transformationsdruck: Geopolitische Verschiebungen, Rezession und Künstliche Intelligenz (KI) verlangen Unternehmen und Führungskräften so viel Flexibilität ab wie in kaum einer anderen Periode zuvor.
Dennoch ist die Macht in den Kontrollgremien der Dax-Konzerne nach wie vor sehr einseitig verteilt. Das zeigt sich an der geringen Personaldynamik, die sich an der Spitze zeigt: Die vier einflussreichsten Aufsichtsräte Deutschlands sind 2025 dieselben wie 2024.
Sie sind zudem alle über 60 Jahre alt, haben einen deutschen oder österreichischen Pass und sind Mitglieder oder Vertreter der Autoclans Porsche und Piech. Das zeigt eine breit angelegte Analyse der Dax-Kontrollgremien von Handelsblatt und der Universität Göttingen. Auf der dabei ermittelten Rangliste der mächtigsten Aufsichtsräte Deutschlands kommt der erste Nicht-Auto-Experte auf Rang fünf, die erste Frau auf Rang sieben und der erste Vertreter unter 60 Jahren auf Rang neun.
Michael Wolff, Wirtschaftsprofessor an der Uni Göttingen, der die Analyse für das Handelsblatt erstellt hat, kritisiert „die hohe Machtkonzentration durch Vertreter der deutschen Autoindustrie im Dax“. Ihre „fortwährende Dominanz“ sowie ihr „hohes Alter“ und ihre „langen Amtsdauern“ seien ein „klares Alarmsignal für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschlands“. Wolff ist mit seiner Kritik nicht allein.