Gerhard Manfred Rokossa: Verdacht der Untreue: Schwere Vorwürfe gegen Spartherm-Gründer
Gründer Rokossa hat sich offenbar auf mehrere Arten bei seinem Unternehmen verewigt.
Foto: privatDüsseldorf. Gerhard Manfred Rokossa war stolz auf seine Personalentscheidung. „Ich freue mich, dass wir mit Andreas Schönfeld einen idealen Nachfolger gefunden haben“, sagte der 82-jährige Gründer des Ofenbauers Spartherm im niedersächsischen Melle. „Unser Unternehmen ist mit ihm und unserem jungen Geschäftsführer-Team exzellent für die Zukunft aufgestellt und befindet sich in den besten Händen.“ Das war im Juli 2021.
Die junge Spartherm-Geschäftsführung – der neben Schönfeld Julian Oldemeyer angehört – bezweifelt aber offenbar, dass das Unternehmen bisher in besten Händen war. Das Management hat mehrere Spartherm-Mitarbeiter angezeigt. Der Vorwurf: Sie sollen in großem Stil Kaminöfen aus dem Unternehmen entwendet und auf dem Schwarzmarkt verkauft haben. Mutmaßlicher Rädelsführer der Bande: Gerhard Rokossa selbst.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und Steuerhinterziehung. Der Schaden könnte für das Unternehmen insgesamt in die Millionen gehen. Ein Behördensprecher bestätigte auf Nachfrage, dass Ermittlungen laufen, nannte aber keine Namen.
Nach Informationen des Handelsblatts gibt es vier Beschuldigte, darunter Rokossa. Weder er noch die nach dem Firmengründer benannte GMR-Stiftung als Eigentümer reagierten auf Fragen. Die Geschäftsführung von Spartherm äußerte sich nicht.