Heizungstausch: Deshalb sind Wärmepumpen in Deutschland so teuer
Düsseldorf. Wärmepumpen sind teuer, besonders in Deutschland. Daher schrecken viele Hauseigentümer davor zurück, die alte Gas- oder Ölheizung gegen die klimafreundlichere Variante auszutauschen. Andererseits gelten Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende im Gebäudebereich, die durch die hohen Preise ausgebremst werden könnte.
„Die Energiewende darf kein Luxusprojekt für Wenige sein“, sagte zum Beispiel Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Anfang dieser Woche. Er bezog sich auf eine Studie, die das Analyse- und Beratungsunternehmen LCP Delta für die Denkfabrik Agora Energiewende erstellt hat. Danach kostet die Installation einer Wärmepumpe in Deutschland abzüglich der Förderung im Schnitt 12.600 Euro. Es dauert 13 Jahre, bis die Investition günstiger ist als die in eine Gasheizung.
Zum Vergleich: In Frankreich kostet der Einbau einer Wärmepumpe nur 7000 Euro, in den Niederlanden 6700 Euro. Amortisiert haben sich die Anlagen in beiden Ländern bereits nach drei Jahren.
Auch in Großbritannien sind Wärmepumpen deutlich günstiger als in Deutschland, zeigt eine Analyse. Sie wurde vom Strom- und Wärmepumpenanbieter Octopus Energy sowie dem Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik der RWTH Aachen veröffentlicht. Verglichen werden darin die Kosten für die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von acht Kilowatt: Hierzulande summieren sie sich vor Abzug der Förderung auf etwa 28.000 Euro. In Großbritannien ist der Einbau mit rund 14.000 Euro nur halb so teuer.