Mondelez
Milka-Hersteller verliert Appetit auf Hershey

Aus dem geplanten US-Schokoladenimperium wird nichts. Mondelez hat sein Übernahmeangebot für Konkurrent Hershey zurückgezogen. Hershey-Aktien brachen nachbörslich um zwölf Prozent ein.

DeerfieldDie geplante Milliardenübernahme des Schokoladenproduzenten Hershey durch Mondelez ist geplatzt. Mondelez („Milka“, „Cadbury“, „Oreo“) zog sein Angebot am Montag offiziell zurück. Es sei kein Weg zu einer Einigung erkennbar, hieß es. Hershey („Kitkat“) hatte im Juni eine Offerte von 23 Milliarden Dollar zurückgewiesen. Das neue Unternehmen wäre zum Branchenführer in der Süßwarenindustrie aufgestiegen und hätte dabei den US-Konzern Mars von Platz eins verdrängt. Hershey-Aktien brachen am Montag nachbörslich rund zwölf Prozent ein, Mondelez-Titel stiegen dagegen um 2,7 Prozent.

Analysten hatten in der Vergangenheit Zweifel geäußert, ob Interessenten für Hershey bieten werden. Denn die Stimmrechte gehören zu etwa 80 Prozent der Hershey-Treuhandgesellschaft, die nach Experteneinschätzung stark auf die Unabhängigkeit des Unternehmens bedacht ist. Im Jahr 2002 hatten die Eigner verhindert, dass der Kaugummihersteller Wrigley Hershey für zwölf Milliarden Dollar übernimmt.

In der Süßwarenbranche liegt Mondelez nach Angaben der Internationalen Kakaoorganisation auf Platz zwei, Hershey auf Rang sechs. Weltweiter Umsatzprimus ist Mars. Die Schweizer Konzerne Nestle und Lindt & Sprüngli liegen an dritter beziehungsweise siebter Stelle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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