Vaillant: Durchgebissen und nach oben gearbeitet

Vaillant
Durchgebissen und nach oben gearbeitet

Seine Startvoraussetzungen waren schlecht. Aber Johann Friedrich Vaillant hat das beste daraus gemacht, es vom Schmied zum weltbekannten Unternehmer gebracht - und nun auch in die Hall of Fame der Familienunternehmen.
  • 0

RemscheidMit seinen Solarthermie- und Photovoltaikanlagen steht das Remscheider Familienunternehmen Vaillant für High-Tech „Made in Germany“. Längst erstreckt sich das Vertriebsnetz über 75 Länder, und mit einer Markenbekanntheit von 86 Prozent in einzelnen Märkten gehört der Heiztechniker selbst branchenübergreifend zu den 500 bekanntesten Marken in ganz Europa. 2,3 Milliarden Euro Umsatz kamen so im vergangenen Geschäftsjahr zusammen.

Den kometenhafte Aufstieg vom Kellerbetrieb zum Weltunternehmen verdankt der Heiztechnikkonzern einem Erfinder, der am 27. April 1851 in Kaiserswerth, einem heutigen Stadtteil Düsseldorfs, als zehntes Kind eines Schneidermeisters geboren wurde: Johann Friedrich Vaillant.

Für seine Verdienste ehrt ihn nun das Handelsblatt. Posthum nimmt es den am 11. März 1920 verstorbenen Firmengründer in die Hall of Fame der Familienunternehmen auf, deren Einrichtung von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG unterstützt wird.

Die Ruhmeshalle ehrt Persönlichkeiten, die in ihrem Unternehmen herausragende Leistungen vollbracht haben und ein gesellschaftliches Vorbild sind. 2011 wurden Robert Bosch, Hermann Bahlsen und Rosemarie Veltins posthum in die Hall of Fame aufgenommen.

Johann Vaillant, dessen Vorfahren Mitte des 18. Jahrhunderts aus der französischen Franche-Comté ins Rheinland gekommen waren, gehört zweifellos dazu. Dabei war seine steile Unternehmerkarriere keineswegs vorgezeichnet: Als jüngstes Kind hatte er keine Aussicht auf eine Nachfolge im Schneiderhandwerk seines Vaters; diese war traditionell den ältesten Kindern vorbehalten. Hinzu kam, dass das Familienoberhaupt starb, als Johann gerade einmal drei Jahre alt war.

Nach dem Abschluss der Volksschule verließ Johann Vaillant daher das Elternhaus, um eine Lehre bei einem Kupferschmied in Werden an der Ruhr zu beginnen. Danach startete er 1869 seine Wanderjahre als Geselle. In fünf Jahren arbeitete er bei zehn Meistern im Rheinland. „Er blieb nur so lange, wie es für ihn etwas Neues zu lernen gab“, heißt es in den spärlichen Zeugnissen über ihn. Das Werksarchiv verbrannte 1943 bei einem Bombentreffer.

Am 1. August 1874 ließ sich Vaillant als Kupferschmied und Pumpenmacher in Remscheid in einem Kellerlokal nieder. Dabei kam ihm das Glück zu Hilfe. Ein Wirt in Remscheid, dessen defekte Bierleitung er reparierte, bat ihn beim Kellnern um Hilfe. Dabei fiel einem Gast die Geschicklichkeit Vaillants auf. Dieser stellte sich als Bauunternehmer vor und bestellte bei ihm eine Badeeinrichtung für sein neues Haus.

Seite 1:

Durchgebissen und nach oben gearbeitet

Seite 2:

Ein Patent für einen Gasbadeofen bringt den Durchbruch

Kommentare zu " Vaillant: Durchgebissen und nach oben gearbeitet"

Alle Kommentare
Serviceangebote