Interview: „Relevanter als Putins Wahlsieg ist die US-Wahl für den Kriegsverlauf“
Düsseldorf. Mit mehr als 80 Prozent der Stimmen hat der Amtsinhaber Wladimir Putin die Scheinwahlen in Russland gewonnen. So groß sei die tatsächliche Zustimmung zwar nicht, sagt Sabine Fischer, Osteuropaexpertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Doch eine Mehrheit der Bevölkerung habe sich mit dem Regime zumindest arrangiert.
Fischer forschte viele Jahre in Russland. 2023 veröffentlichte sie ihr Buch „Die chauvinistische Bedrohung“, in dem sie Russlands Expansionsstreben auf einen aggressiven Nationalismus zurückführt.
Der Expertin zufolge fußt die Stabilität von Putins Regime auf einer Entpolitisierung der Gesellschaft und auf Repression gegenüber Eliten, wie sie im Gespräch mit dem Handelsblatt vor der Wahl erklärte.
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Frau Fischer, Putin wird am Sonntag die Wahl gewinnen, daran gibt es keinen Zweifel. Warum braucht er diese Abstimmung überhaupt?
Systeme wie das in Russland nutzen Wahlen, um Demokratie und Legitimität vorzutäuschen. Das Regime betont sogar, dass die Demokratie in Russland besser sei als im Westen.