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ArbeitsmarktAuftragsflaute dämpft die Einstellungsbereitschaft

Industrie, Handel und Baugewerbe streichen ihre Personalpläne zusammen. Das zeigt das Ifo-Beschäftigungsbarometer. Für positive Impulse sorgen allein Dienstleister, etwa aus dem Tourismus.Frank Specht 28.05.2024 - 18:45 Uhr
Kreuzfahrtschiff: Vor der Urlaubssaison ist die Tourismusbranche auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Foto: dpa

Berlin. Auftragsmangel, unsichere Perspektiven und die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher dämpfen den Personalbedarf in Deutschland. Zwar hat die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen leicht zugenommen, wie das Ifo-Beschäftigungsbarometer zeigt. Der Indikator stieg im Mai auf 96,3 Punkte – nach 96,0 Zählern im April. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt aber eher schwach“, erklärt Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe.

Das Barometer beruht auf den Beschäftigungsabsichten von mehr als 9000 Unternehmen und wird exklusiv für das Handelsblatt berechnet. Seit September vergangenen Jahres pendelt es in einer Spanne zwischen rund 95 und 96 Punkten hin und her. Von seinem im Jahr 2018 erreichten Höchststand (105 Punkte) ist das Barometer aktuell weit entfernt.

Zwar ist der Teilindikator für das verarbeitende Gewerbe leicht gestiegen, trotzdem stehen die Zeichen in der Industrie weiter eher auf Personalabbau. So hat sich beispielsweise die Rezession in der Metall- und Elektroindustrie auch im ersten Quartal fortgesetzt.

Die Produktion ging laut Statistischem Bundesamt in den Monaten Januar bis März um 2,4 Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorquartal zurück. Auch kamen weniger neue Aufträge herein. „In den harten Zahlen gibt es noch keine Bodenbildung“, kommentierte der Chefvolkswirt des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Lars Kroemer, die Daten. „Auch die Aussichten bleiben sehr ungewiss.“

Die IG-Bau streikt für höhere Löhne: Harte Tarifauseinandersetzung vor dem Hintergrund der schwachen Baukonjunktur. Foto: IMAGO/BeckerBredel

So klagten zwei von fünf Firmen der Metall- und Elektroindustrie über Auftragsmangel. „Und dort, wo Aufträge fehlen, denken die Firmen auch über einen Abbau von Arbeitsplätzen nach“, betont Ifo-Ökonom Wohlrabe.

Das gilt auch für das Bauhauptgewerbe, wo sich die Auftragsflaute vor allem im Wohnungsbau verfestigt. Hinzu kommt, dass mitten in der Krise die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) nach erfolgloser Schlichtung aktuell für höhere Löhne streikt. Die Bau-Arbeitgeber hatten den aus ihrer Sicht zu hohen Schlichterspruch abgelehnt und dies unter anderem mit der konjunkturellen Lage begründet.

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Silke Kersting
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Im Handel wollen die Unternehmen nach dem Ifo-Beschäftigungsbarometer ebenfalls mit weniger Personal auskommen. Zwar hat sich die Verbraucherstimmung zuletzt ein wenig aufgehellt. Im langjährigen Vergleich befindet sie sich aber immer noch auf einem niedrigen Niveau.

Positive Impulse gehen augenblicklich allein von den Dienstleistern aus, wo das Barometer leicht zulegte. Vor der Urlaubssaison ist beispielsweise die Tourismusbranche auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Auch Unternehmensberatungen stellen verstärkt ein.

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