Union & Grüne: Warum es 2025 trotz allen Streits Schwarz-Grün geben könnte
Berlin. Maybrit Illner sieht sich zwischenzeitlich schon gezwungen, den Dissens herbeizureden. Die ZDF-Moderatorin hatte am Donnerstagabend Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen und CDU-Chef Friedrich Merz zu Gast. Auf dem Papier ein garantiertes Streitduell. Doch es braucht mehr als eine Dreiviertelstunde und drei Hinweise von Illner, dass es jetzt mit der Harmonie doch mal vorbei sein müsse, bis Habeck und Merz aneinandergeraten.
Beim Thema Wirtschaftspolitik wird es richtig hitzig. Habeck behauptet, die Ampel hätte den Karren jetzt aus dem Dreck gezogen, in dem die Wirtschaft steckte. Merz erwidert: „Herr Habeck, Sie fahren ihn gerade richtig rein.“
In der einstündigen Sendung wurden die großen Streitthemen zwischen Schwarz und Grün – Atomausstieg, Nord Stream und Abschiebungen – allesamt behandelt. Doch Habeck und Merz gaben sich geschmeidig. Anstatt zu streiten, unterhielten sie sich immer abwechselnd mit der Moderatorin. Selten sprachen sie sich direkt an, sie fielen sich nahezu nie ins Wort.
Das macht deutlich: CDU und Grüne stehen sich näher, als die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate vermuten ließen. Da sprach Merz noch von den Grünen als „Hauptgegner“ und Habeck zuletzt von der Union als „Schuldiger“ an der Wirtschaftskrise. Die CDU/CSU hat in dieser Woche zudem einen Untersuchungsausschuss zum AKW-Aus mit dem pikanten Titel „Habeck-Akten“ angekündigt.