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Private EquityJohannes Huth zieht sich beim Finanzinvestor KKR zurück

Der Manager hat für die Beteiligungsgesellschaft an vielen prominenten Deals mitgearbeitet. Nun tritt der 64-Jährige als Chairman in Europa ab. Er bleibt aber mit KKR verbunden.Andreas Kröner 25.06.2024 - 12:06 Uhr
Johannes Huth: Der Manager kam 1999 zu KKR. Foto: imago images / Carsten Dammann

Frankfurt. Einer der bekanntesten deutschen Beteiligungsmanager tritt ab: Johannes Huth legt sein Amt als Chairman für Europa, den Nahen Osten und Afrika beim US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) nieder. Das gab der 64-Jährige am Dienstag auf der Karriereplattform LinkedIn bekannt. Nach 25 Jahren bei KKR „starte ich heute ein neues Kapitel in meinem Leben“, erklärte Huth.

Der langjährige Europachef von KKR hatte sich bereits im vergangenen Jahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Seitdem firmiert er als Chairman in Europa – eine Rolle, die extra für ihn geschaffen wurde und die nun nicht wieder neu besetzt wird.

Völlig auflösen wird Huth seine Verbindungen zu KKR jedoch nicht. Er werde dem Private-Equity-Konzern als bedeutender Anteilseigner und Berater verbunden bleiben, kündigte Huth an. Auch in den Gremien des Investmentmanagers Marshall Wace, des Ferienparkbetreibers Roompot und des Medienhauses Axel Springer, an denen KKR beteiligt ist, werde er vertreten bleiben.

KKRs Einstieg bei Axel Springer mit knapp 50 Prozent im Jahr 2019 war einer von vielen aufsehenerregenden Deals, die Huth in Deutschland maßgeblich mitgestaltet hat. Darüber hinaus war er bei den Deals mit dem Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf, dem Sensorspezialisten Hensoldt, dem Industriekonzern Kion, dem Motorenbauer MTU und dem Medienunternehmen Pro Sieben Sat 1 dabei.

Huth arbeitete zudem daran, dass KKR in den deutschen Medien sichtbar und in der Politik akzeptiert wurde. Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering hatte eine Diskussion um das „Heuschrecken“-Image der Private-Equity-Manager ausgelöst. Huth sorgte dafür, dass sich das Ansehen wieder besserte. Gleichzeitig machte er in seiner New Yorker Zentrale klar, dass das deutsche Modell der Mitbestimmung kein Hindernis für Deals sein muss.

KKR: Johannes Huth will jetzt mehr selbst investieren

Private-Equity-Fonds kaufen Mittelständler oder Konzernteile, restrukturieren sie über mehrere Jahre und verkaufen sie dann weiter oder bringen sie an die Börse. Die erzielten Renditen sind in der Regel zweistellig. Der in den Achtziger- und Neunzigerjahren zweifelhafte Ruf der Branche, Firmen auszuschlachten, um möglichst viel Profit herauszuholen, wurde sogar in Hollywood aufgegriffen: Das Buch „Barbarians at the Gate“ über die hart umkämpfte Übernahme des US-Tabakkonzerns RJR Nabisco wurde 1989 verfilmt.

KKR wurde 1976 von Jerome Kohlberg, Henry Kravis und George Roberts gegründet und gilt weltweit als Vorreiter der Private-Equity-Branche. Huth schreibt auf LinkedIn, er werde nie vergessen, als ihn Kravis 1998 anrief und fragte, ob er für KKR arbeiten wolle. Von Kravis und Roberts habe er viel gelernt.

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Beide Manager übergaben die Führung von KKR 2021 an Joe Bae und Scott Nuttall. Das Geschäft in Europa leiten Tara Davies und Mattia Caprioli. Huth selbst will sich nach seinem Rückzug als Chairman stärker bei wohltätigen Projekten engagieren – und sein eigenes Geld investieren.

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