Wohnraum: Kompakt statt großzügig wohnen – Ist das die Zukunft?
- In Deutschland entsteht zu wenig neuer Wohnraum, gleichzeitig steigt die Wohnfläche, die jeder Bürger beansprucht.
- Ein neues Förderprogramm für den Wohnungsbau macht klare Vorgaben zur maximalen Wohnungsgröße.
- Bei Bürgern stößt der Gedanke, den eigenen Wohnraum zu verkleinern, aber auf Skepsis.
Berlin. Mit zahlreichen Förderprogrammen versucht Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD), die prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. Um staatliche Fördermittel zu erhalten, sind in vielen der bereits laufenden Programme Energieeffizienzstandards Voraussetzung. Bei Geywitz' neuester Förderung „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN), die am 1. Oktober starten soll, gilt aber zusätzlich eine andere Vorgabe – die für deutsche Verhältnisse eher ungewöhnlich ist.
Die Pläne der Ministerin, die Anreize für den Bau von Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment schaffen sollen, enthalten klare Vorgaben zur Wohnfläche. Wollen Bauherren oder Erstkäufer den zinsverbilligten Kredit von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen, darf eine Wohnung, die über lediglich einen sogenannten Individualraum verfügt – also ein Schlaf- oder Kinderzimmer –, insgesamt nicht mehr als 40 Quadratmeter groß sein. So steht es in einem Eckpunktepapier aus dem Ministerium.
Bei zwei Räumen beträgt die maximale Größe 55 Quadratmeter, bei drei Räumen 70 Quadratmeter, bei vier Räumen 85 Quadratmeter. Etwas andere Vorgaben gelten bei rollstuhlgerechten Wohnungen.