Medien: Axel Springer baut „Welt“-Chefredaktion um
Düsseldorf. Die Welt-Gruppe des Axel-Springer-Verlags hat einen neuen Chefredakteur. Der bisherige Leiter der ARD-Tagesthemen, Helge Fuhst, übernimmt die Chefredaktion der Welt und der gesamten sogenannten Premium-Gruppe des Medienkonzerns. Dazu zählen die Marken Welt, Politico Deutschland und Business Insider.
Der bisherige Chefredakteur der Welt-Gruppe, Jan Philipp Burgard, scheidet mit sofortiger Wirkung aus. Axel Springer bestätigte per Pressemitteilung entsprechende Informationen des Handelsblatts aus Redaktionskreisen. Burgard kündigte der Redaktion am Mittwochmorgen seinen Abschied an. Dafür nannte er gesundheitliche Gründe.
Burgard hatte den Posten als Chefredakteur erst vor einem Jahr übernommen. Zur Welt-Gruppe gehören außer der gleichnamigen Zeitung und der Sonntagsausgabe „Welt am Sonntag“ auch der Sender Welt TV. Burgard folgte 2025 auf den langjährigen „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt, der seitdem Herausgeber der Springer-Angebote „Welt“, „Politico“ und „Business Insider“ ist.
Fuhst soll nun die gesamte Berichterstattung der Premium-Angebote steuern. Die Funktion ist neu geschaffen worden. Die bisherigen Chefredakteure Gordon Repinski von Politico Deutschland und Moritz Seyffarth von Business Insider bleiben in ihren Funktionen und berichten künftig an Fuhst. Dieser leitet in Personalunion die Welt-Gruppe.
Erst vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass Fuhst die Öffentlich-Rechtlichen verlässt, um zu einem „privaten Medienunternehmen“ zu wechseln, wie es hieß. Um wen es sich dabei handelt, sollte ursprünglich erst im Februar verkündet werden. Fuhst hatte seinen Vertrag bei der ARD jüngst erst um weitere drei Jahre verlängert.
Der Geschäftsführer von Axel Springer, Mathias Döpfner, nannte Fuhst in der Mitteilung einen „hervorragenden Journalisten und ausgezeichneten Medienmanager“. Er soll die strategische Ausrichtung der Marken zusammen mit den übrigen Chefredakteuren stärken.
Axel Springer hatte seine journalistischen Angebote Ende 2024 grundlegend umgebaut. Seitdem sollen Synergien zwischen den Marken Welt, Politico und Business Insider genutzt werden. Die Titel werden unter dem Dach der Premium-Gruppe zusammengeführt, die Redakteure arbeiten in sogenannten Kompetenzzentren themengetrieben und nicht mehr vorrangig für eine der Medienmarken.
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Personell kommt die Premium-Gruppe seit ihrem Start nicht zur Ruhe. Erst zum 1. Januar dieses Jahres hat Mathias Sanchez die Geschäftsführung der Premium-Gruppe übernommen, nachdem diese lediglich kommissarisch geführt worden war. Der ursprüngliche Geschäftsführer Peter Würtenberger hatte sein Amt nach nur wenigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben.
Kürzlich verließen Jakob Wais, Inhaltechef der Premium-Gruppe, und der stellvertretende Welt-Chefredakteur Robin Alexander, zwei prominente Springer-Gesichter, das Medienunternehmen.