Morning Briefing: Nach Irans Angriff auf Israel – Wann kommt der Vergeltungsschlag?
Iranische Raketen über Israel: Wie hart fällt Netanjahus Vergeltung aus?
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
der Iran hat Israel am Dienstagabend mit Raketen angegriffen. Nach israelischen Angaben feuerte Iran 180 Geschosse ab, die iranischen Revolutionsgarden sprachen von Dutzenden Raketen. Ein israelischer Sprecher sagte, es seien nur sehr wenige Menschen verletzt worden und man habe aktuell auch keine Hinweise auf weitere Bedrohungen aus dem Iran. Jordaniens Streitkräfte sollen erneut bei der Abwehr des iranischen Angriffs geholfen haben. Arabische Medien berichteten, Jordanien habe einige Geschosse abgefangen, woraufhin Raketenteile im Land niedergegangen seien.
Nach iranischen Angaben war die Attacke die Vergeltung für die Tötung von Hamas-Auslandschef Ismail Hanija, Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah sowie eines iranischen Generals. Das Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, habe den Befehl für den Angriff gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Das iranische Außenministerium teilte auf X mit, die Aktion des Landes sei abgeschlossen – es sei denn, Israel entscheide sich für weitere Vergeltungsmaßnahmen. Genau die hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bereits angekündigt. Laut seinem Büro sagte er:„Der Iran hat heute Abend einen großen Fehler gemacht – und er wird dafür bezahlen.“
Es ist der bislang größte Deal zwischen einem europäischen Unternehmen und einem strategischen Investor aus dem Nahen Osten: Nach monatelangen Verhandlungen haben Covestro und der Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi gestern eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist die Übernahme des börsennotierten deutschen Chemiekonzerns durch die Araber. Damit die gelingt, muss nun mehr als die Hälfte des Covestro-Aktienkapitals das Übernahmeangebot von 62 Euro pro Aktie annehmen.
Für einen Vorstandsvorsitzenden, dessen Unternehmen gerade seine Eigenständigkeit verliert, wirkte Covestro-Chef Markus Steilemann gestern im Handelsblatt-Interview erstaunlich aufgeräumt:
- Für den deutschen Standort sei es ein gutes Zeichen, dass ein ausländisches Unternehmen eine solche Direktinvestition tätige.
- Die Eigenständigkeit von Covestro sei gesichert: „Es wird die Mitbestimmung im Aufsichtsrat beibehalten und unabhängige Aufsichtsräte auf der Kapitalseite geben.“
- Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland gelte bis 2032.
Aus der Politik und von den Wettbewerbsbehörden hat Covestro nach eigenen Angaben bisher noch keine Signale erhalten, dass es Widerstände gegen den Verkauf gebe. Wegen der erforderlichen Genehmigungen werde der Deal aber voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2025 abgeschlossen sein.
Laut unserer Unternehmensreporterin Theresa Rauffmann kriegt Adnoc Covestro zum Schnäppchenpreis: Das Allzeithoch der Covestro-Aktie lag bei 95 Euro. Verglichen damit sei der jetzige Kaufpreis von 62 Euro günstig. Mit dem Know-how von Covestro könnte Adnoc Anlagen im Nahen Osten aufbauen. Ob die deutschen Werke dann im (Energie-)Kostenwettbewerb noch eine Chance hätten, müsse sich zeigen.
Skoda will bei seinem neuen Elektromodell beim Preis erstmals mit einem vergleichbaren Verbrennerfahrzeug gleichziehen. Das neue Kompakt-SUV Elroq, das seit Dienstagabend bestellbar ist, wird im Basispreis bei 33.900 Euro liegen und damit nach Aussage von Skoda-Chef Klaus Zellmer ähnlich viel kosten wie das Verbrennerpendant Kamiq. Das startet in der Basisversion zwar bei 25.330 Euro. Aber: „Ausstattungsbereinigt sind die beiden Modelle preislich gleich.“
Die Ansage der Volkswagen-Tochter folgt einer größeren Rabattaktion der Schwestermarke VW vor wenigen Tagen. Demnach verkauft VW seinen Einstiegsstromer ID.3 in der Basisausstattung vorübergehend erstmals für weniger als 30.000 Euro, bislang lag der Einstiegspreis bei rund 37.000 Euro.
Hohe Anschaffungskosten gelten immer noch als ein wesentlicher Grund, warum Autokäufer derzeit lieber zu Verbrennern als zu E-Autos greifen, aber das könnte sich zum Jahreswechsel ändern. Der Skoda-Chef schätzt, dass die Preise für Elektroautos dann fallen werden. Denn: Wegen der strengeren CO₂-Flottenvorgaben der EU müssen die Anbieter dann mehr Elektromodelle in den Markt drücken, um Strafzahlungen zu vermeiden. Zellmer:
„Wir werden einen unvergleichlichen Preiskampf im Segment der Elektrofahrzeuge erleben, weil natürlich jeder versuchen wird und versuchen muss, die Ziele zu erreichen.“
Der Sportartikel-Konzern Nike hat im Olympia-Sommer einen deutlichen Umsatzrückgang verbucht. Im Ende August abgeschlossenen ersten Quartal des Nike-Geschäftsjahres schrumpften die Erlöse im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 28 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar. Nike will die Probleme unter anderem mit einem bereits verkündeten Chefwechsel in den Griff bekommen: Mitte Oktober kehrt der frühere Top-Manager Elliott Hill aus dem Ruhestand zurück und übernimmt den Spitzenjob bei Nike.
Österreich verfügt offenbar über einen Geheimdienst. Mit dem sehen deutsche Sicherheitspolitiker die Zusammenarbeit nun als gefährdet an, sollte die rechtsextreme FPÖ von Parteichef Herbert Kickl an einer künftigen Regierung beteiligt sein. Konstantin Kuhle, FDP-Fraktionsvize und Mitglied im Geheimdienste-Kontrollgremium des Bundestages, sagte zur Begründung, dass die FPÖ Teil eines europaweiten Netzwerks russlandfreundlicher Parteien sei, die dem Kreml näherstünden als den Interessen der EU-Staaten:
„Wir können es uns angesichts der massiven Gefahr aus Russland für Frieden und Stabilität in Europa nicht erlauben, dass relevante Informationen direkt nach Russland weitergegeben werden.“
Ähnlich äußern sich im Handelsblatt der Vorsitzende des Geheimdienstgremiums, Konstantin von Notz (Grüne) sowie der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter.
Wissen Sie, was graue Flecken auf einer Karte bedeuten? Beim 5G-Ausbau sind das die Orte, die aktuell nur von einem der drei großen Anbieter Vodafone, O2 und Telekom versorgt werden. Ob Ihr Ort betroffen ist und wer bei Ihnen das beste 5G-Netz bietet, können Sie dank einer neuen interaktiven Karte des Handelsblatts erfahren.
Kleiner Spoiler: Wenn Sie in Rheinland-Pfalz wohnen, könnten die Aussichten auf 5G grundsätzlich mau sein. Aber wer soviel guten Wein hat, weiß sich die Zeit bestimmt auch ohne schnelles Internet zu vertreiben.
Ich wünsche Ihnen einen edelsüßen Tag.
Herzliche Grüße
Ihr
Christian Rickens
Textchef Handelsblatt