US-Wahl 2024: Der blinde Fleck der Harris-Anhänger
„Hauptsache, Harris gewinnt. Alles andere ist zweitrangig.“ Das sagte eine US-amerikanische Bekannte beim Besuch unseres Buchclubs. Einmal im Monat treffen wir uns zum Literaturtalk, der schnell in eine Wein-und-Schnatter-Runde ausartet.
Wir schweifen ab, sprechen über Vorgartenbotanik, unsere Reisen (eine der Buchclubfrauen war gerade in Malawi, die andere bei Taylor Swift in Zürich) oder den Journalistenskandal des Jahres. Googeln Sie „Olivia Nuzzi“, dann können Sie mitreden.
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Über meinen Buchclub habe ich hinreißende, kluge Frauen aus Washington DC kennengelernt, ich bin die einzige Nicht-Amerikanerin. Je näher die US-Wahl rückt, desto mehr sprechen wir über Politik. Eine Republikanerin gibt es nicht in der Runde, denn in der US-Hauptstadt wählen 99 Prozent der Bürger demokratisch.
Mit dem Lastenrad zum Einkaufen fahren, das ist verpönt
Manchmal erzähle ich von meinen Eindrücken von Trump-Kundgebungen. Meine Buchclubfrauen sind dann angeekelt und fasziniert. Sie gucken, als ob ich in Restaurants kein Trinkgeld geben würde oder mit dem Lastenrad zum Einkaufen führe. Beides ist in den USA ungefähr gleich verpönt.