Bürokonzepte: Verband prognostiziert Marktbereinigung beim Coworking
München. Die Anbieter von Coworking-Arbeitsplätzen blicken in eine ungewisse Zukunft. Die Branche stehe vor einer Konsolidierung, schreibt der Bundesverband Coworking Spaces Deutschland (BVCS).
In den nächsten fünf Jahren könnte jedes zweite Coworking-Konzept verschwinden, meint Tobias Kollewe, Präsident des BVCS. Die Marktbereinigung sei aber wichtig, da die Anbieter wirtschaftlich arbeiten müssten, heißt in einer Mitteilung.
Sogenannte Coworking-Spaces bieten die Möglichkeit, einen Schreibtisch oder ein Büro in einem Gemeinschaftsgebäude anzumieten, und zwar auch stunden-, tage- oder wochenweise. Zuletzt ist ihre Zahl in Deutschland deutlich gestiegen, und zwar von 2020 bis 2024 um mehr als 50 Prozent. Der BVCS kommt für 2024 auf eine Zahl von 1918 Spaces, im Jahr 2020 waren es 1268.
Allerdings verweisen die Fachleute auf eine gemischte Entwicklung seit dem vergangenen Jahr. Während die Angebote im ländlichen und suburbanen Raum zugenommen haben, gingen sie in den Ballungsräumen und Metropolen zurück. Etwa 200 Coworking-Spaces gaben auf.
So kündigte zum Beispiel die Deutsche Bahn kürzlich an, dass sie ihr Coworking-Angebot Everyworks bis Jahresende komplett einstellt. Damit hatte sie kostenpflichtige mobile Arbeitsplätze und Meetingräume im Bahnhofsumfeld angeboten. Die Nachfrage blieb unter den Erwartungen. Hauptgrund seien veränderte Arbeitsmodelle seit der Coronapandemie, schreibt die Deutsche Bahn in einer Mitteilung.