Handelskonflikt: USA könnten bei den Zöllen umdenken – und Deutschland trotzdem treffen
Washington. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Gegenzölle dürften weniger radikal ausfallen als von ihm bislang angekündigt. Trump könnte am 2. April zwar weitreichende Tarife gegen verschiedene Länder ankündigen, aber die US-Regierung verzichtet offenbar auf Zölle, die speziell gegen verschiedene Branchen gerichtet sind. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf US-Beamte.
Auch das „Wall Street Journal“ berichtete, dass das Weiße Haus seine Zollpläne eingrenzen will.
Ein Beamter verwies Bloomberg zufolge darauf, dass es innerhalb der US-Regierung Verhandlungen über das kommende Zollprogramm gebe. Und dass Trump selbst dabei eine der aggressivsten Positionen einnehme. Eine Entscheidung zu den Zöllen sei zudem erst endgültig, wenn sie vom US-Präsidenten verkündet werde.
Den Insidern zufolge wird etwa immer noch über Zölle für die Autoindustrie diskutiert und Trump hat diese zu einem anderen Zeitpunkt offenbar nicht ausgeschlossen.
Bei der Verkündung der Gegenzölle im Februar hatte Trump wiederholt angekündigt, etwa auch die Automobilbranche, Pharmaprodukte oder Halbleiter mit Zöllen zu belegen. Auch wenn diese Sektoren vorerst nicht gezielt mit Zöllen belegt werden, dürften die Maßnahmen nach wie vor viele wichtige Handelspartner der USA treffen.
Wer einen großen Handelsüberschuss mit den USA hat, muss Zölle fürchten
Insbesondere sollen die 15 Prozent der Länder mit Handelsbarrieren belegt werden, die die größten Handelsüberschüsse mit den USA erzielen. US-Finanzminister Scott Bessent nannte diese Nationen vergangene Woche die „dreckigen 15“.
Sie sollen laut Bessent besonders hart mit Zöllen belegt werden. Beim US-Sender Fox News teilte er mit, dass Zölle auf Aluminium und Stahl nicht notwendigerweise auf die länderspezifischen Maßnahmen addiert werden.
Laut eines Beamten sollen in den Verhandlungen insbesondere die Europäische Union, Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada, Indien und China als mögliche Ziele genannt worden sein. „Es wird hohe Zölle geben, die in Kraft treten werden, und der Präsident wird diese selbst ankündigen“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Donnerstag.