US-Zölle: Deutschlands Chemie spürt einmal mehr blockierte Lieferketten
Düsseldorf. Deutsche Chemieunternehmen rechnen angesichts der globalen Handelskonflikte mit einer anhaltend schwachen Nachfrage. Konzerne wie BASF, Covestro, Evonik und Lanxess berichten übereinstimmend von einer weltweit starken Zurückhaltung ihrer Kunden, wie die jetzt vorliegenden Berichte zum ersten Quartal zeigen. Als Grund werden die globalen Handelskonflikte und die wechselhafte Zollpolitik der US-Regierung genannt.
„Die Verunsicherung in der Weltwirtschaft ist massiv“, sagt Matthias Zachert, Vorstandschef der Kölner Lanxess AG. Kunden würden teils nur noch auf Sicht von wenigen Wochen neue Waren bestellen. Auch der Dax-Konzern BASF spricht von einer wachsenden Unsicherheit, die Industriekunden von Investitionen und größerem Lageraufbau abhalte.
Die Branche stellt sich auf eine längerfristige konjunkturelle Schwächephase ein. „Insbesondere für die zweite Jahreshälfte besteht das Risiko einer weiteren konjunkturellen Abschwächung“, sagte Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann. Denn eine Planung auf halbwegs sicherer Basis sei für viele Branchen kaum möglich.