Geldanlage: Ruhig bleiben, wenn andere nervös werden
Düsseldorf. Warren Buffett wäre vermutlich nie so erfolgreich geworden, wenn er nicht auf Benjamin Graham getroffen wäre. Dessen Anlagestil machte den Aktienkauf nach dem Börsencrash an der Wall Street und der Weltwirtschaftskrise vor knapp einem Jahrhundert wieder populär.
Fortan leiteten sich Anlageempfehlungen nicht mehr aus hochspekulativen Insiderinformationen ab, wie es bis dahin üblich war, sondern aus jedermann zugänglichen Kennzahlen, wie wir sie auch heute noch nutzen. Grahams Grundregel Nummer eins hat bis heute Gültigkeit: gegen den Strom schwimmen, sich nicht vom Markt verrückt machen lassen.
Jeder, der schon mal mit Aktien gehandelt hat, weiß, wie schwer diese scheinbar banale Weisheit umzusetzen ist. Dazu gehört auch, lange Zeit nichts zu tun, wenn Aktien teuer sind – so, wie Warren Buffett es oft praktiziert, um dann im Abschwung oder gar Crash inmitten der düstersten Stimmung zuzuschlagen und viel Geld anzulegen.
Das bedarf guter Nerven. Doch es ist keineswegs wilde Zockerei, wie Sparbuchbesitzer vielleicht vermuten und politische Volksvertreter uns gerne erzählen mögen.