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Bernard ArnaultReichster Franzose wettert gegen die Idee einer Vermögensabgabe

Französische Ökonomen schlagen vor, die Haushaltsprobleme des Landes mit einer Steuer auf hohe Vermögen zu lindern. LVMH-Eigner Arnault widerspricht: Das Vorhaben gefährde die Wirtschaft. 23.09.2025 - 09:02 Uhr Artikel anhören
Bernard Arnault: Der französische Milliardär kritisiert linke Ökonomen, Foto: Bloomberg

Paris. In der Debatte um eine französische Vermögensabgabe hat Bernard Arnault ungewöhnlich harsche Töne angeschlagen. Der reichste Franzose und Chef des Luxuskonzerns LVMH bezeichnete Ökonomen, die für die Steuer werben, in einem Interview mit der „Sunday Times“ als „linksradikale Aktivisten“, deren Ideologie „die Wirtschaft des Landes zerstören“ werde.

Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Zucman hatte zuletzt dafür plädiert, Vermögen über 100 Millionen Euro mit einer Abgabe von zwei Prozent zu belegen. Nach Schätzungen des Ökonomen wären rund 1.800 Haushalte in Frankreich von dieser Abgabe betroffen.

„Französische Milliardäre zahlen keine oder nur sehr wenig Einkommenssteuer“, sagte Zucman Anfang des Monats dem Fernsehsender France 2. Dividenden würden über Holdinggesellschaften geleitet, die nicht steuerpflichtig seien.

Zucman sei „in erster Linie ein linker Aktivist“, sagte Arnault der Zeitung. „Er nutzt sein pseudo-akademisches Fachwissen – das selbst Gegenstand einer breiten Debatte ist –, um seiner Ideologie zu dienen (die darauf abzielt, die liberale Wirtschaft zu zerstören, die einzige, die zum Wohle aller funktioniert).“

Er sei nicht nur der größte private, sondern durch die von ihm geleiteten Unternehmen auch der größte professionelle Steuerzahler. Arnaults Vermögen wird laut Bloomberg Billionaires Index auf 169 Milliarden Dollar geschätzt – damit ist er der reichste Mensch Europas.

Diese Rhetorik, die nicht so weit von der von Trump oder Musk entfernt ist, sollte uns beunruhigen
Gabriel Zucman
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Zucman konterte Arnaults Angriff: Er sei weder Aktivist einer Bewegung, noch einer Partei, stattdessen verwies der Ökonom auf seine Karriere als Professor an Universitäten wie Berkeley. „Diese Rhetorik, die nicht so weit von der von Trump oder Musk entfernt ist, sollte uns beunruhigen“, sagte Zucman in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X.

In Frankreich wird derzeit intensiv über einen neuen Staatshaushalt diskutiert – insbesondere, weil das Staatsdefizit neue Rekordwerte erreicht hat. Bislang fehlen politische Mehrheiten. Die französischen Sozialdemokraten spielen darum eine Schlüsselrolle und machen sich öffentlich für die Einführung der Vermögensabgabe stark, die 15 Milliarden Euro pro Jahr einbringen soll.

Bloo, bay
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