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Märkte InsightJapans Liquiditätsstrom versiegt – droht der Börsencrash?

Lange konnten sich Großinvestoren in Japan billig mit Geld versorgen. Weil diese Epoche nun endet, drohen Verwerfungen an den Märkten. Ein Vorbote könnte der Kursverfall des Bitcoins sein.Frank Wiebe 01.12.2025 - 19:35 Uhr Artikel anhören
Frank Wiebe schreibt beim Handelsblatt über die Finanzmärkte. Foto: dpa, Montage

Stellen Sie sich vor, jemand leiht Ihnen Geld zum Nulltarif, und Sie legen es zu guten Zinsen an. Ein großartiges Geschäft. Genau das war für Großinvestoren viele Jahre im Bereich des sogenannten „Carry-Trade“ möglich: Sie verschuldeten sich billig in japanischen Yen und legten das Geld weltweit an, zum großen Teil in den USA.

Nun aber droht dieser Liquiditätsstrom zumindest dünner zu werden. Denn die Renditen der japanischen Staatsanleihen, die für das gesamte Zinsniveau des Landes ausschlaggebend sind, haben deutlich angezogen. Der entscheidende Wert für Papiere mit zehnjähriger Laufzeit stieg auf 1,875 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2008, und ähnliche Rekorde gab es auch bei anderen Laufzeiten: Im 40-jährigen Bereich liegt die Rendite deutlich über 3,7 Prozent.

Auslöser für den letzten Anstieg war eine Bemerkung von Kazuo Ueda, dem Chef der japanischen Notenbank. Sehr beiläufig deutete er während einer Rede an, dass es noch im Dezember zu einer Zinserhöhung kommen könnte.

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