Ranking 2026: Diese Banken bieten die besten Tages- und Festgeldkonten
Köln. Jeder zweite Deutsche nimmt sich für 2026 vor, mehr zu sparen, zeigt eine Auswertung von Statista Consumer Insights. Tagesgeldkonten gelten dabei als besonders flexibel: Ein- und Auszahlungen sind jederzeit möglich. Entsprechend werden sie vor allem für kurzfristige Rücklagen genutzt.
Die Zinsen auf Tagesgeldkonten sind im vergangenen Jahr gesunken, zeigen Zahlen der FMH-Finanzberatung. Lag der durchschnittliche Tagesgeldzins 2025 noch bei 2,5 Prozent, fiel er zu Beginn dieses Jahres auf 1,86 Prozent und damit unter die aktuelle Inflationsrate von 2,3 Prozent.
Auch beim Festgeld zeigt der Trend nach unten: Für einjährige Anlagen sanken die Zinsen von durchschnittlich 2,4 Prozent Anfang 2025 auf 2,05 Prozent. Auslöser waren die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihre Leitzinsen seit Anfang 2025 viermal gesenkt hat. Weitere Zinsschritte gelten derzeit als unwahrscheinlich. Entsprechend dürften die Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten zunächst stabil bleiben.
Die FMH-Finanzberatung hat 94 Anbieter analysiert und die attraktivsten Tagesgeldangebote ermittelt. Elf von ihnen erhielten die Note „sehr gut“. Bewertet wurden unter anderem die Höhe des Aktionszinses, die Dauer der Zinsgarantie und der Mindestanlagebetrag. Punktabzüge gab es für strikte Vorgaben wie die verpflichtende Eröffnung eines Depots oder Girokontos. In die Bewertung floss zudem die Bonität der Anbieter ein, gemessen am Rating der Agentur Moody’s. Die US-amerikanische Ratingagentur bewertet die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken, Staaten und Finanzprodukten und dient Investoren weltweit als Orientierung.
Berücksichtigt wurde zudem die Einlagensicherung. Der angebotene Zins sollte bei der Produktauswahl nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Entscheidend sei insbesondere, welches Einlagensicherungssystem greife, falls die Bank oder Sparkasse insolvent gehe. EU-weit sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich abgesichert. Für höhere Beträge bieten einige Banken in Deutschland zusätzlichen Schutz über freiwillige Einlagensicherungssysteme.
An der Spitze des diesjährigen Tagesgeld-Rankings der FMH-Finanzberatung steht die Volkswagen Bank. Zwar bietet sie mit 2,9 Prozent einen niedrigeren Zinssatz als einige nachfolgende Anbieter. Ausschlaggebend für die Spitzenposition ist jedoch die sechsmonatige Zinsgarantie. Unter den Top 20 verfügen nur zwei weitere Banken über eine Garantie dieser Länge.
Auf Platz zwei des Rankings liegt die Frankfurter Finanzplattform Raisin. Mit einem Zinssatz von 3,2 Prozent bietet sie das höchste Zinsniveau im Vergleich. Abzüge gab es für die kurze Zinsgarantie von drei Monaten und das Fehlen einer erweiterten Einlagensicherung. „Solche Angebote eignen sich für Sparer, die kurzfristig die höchsten Zinsen suchen, ohne zusätzliche Produkte wie ein Girokonto oder Depot abschließen zu müssen“, sagt Carlos Lopes da Costa, Datenanalyst bei FMH. Den dritten Platz belegt das Tagesgeldangebot der schwedischen TF Bank. Sie bietet einen Aktionszins von drei Prozent bei einer Zinsgarantie von vier Monaten.
Bei Festgeldkonten legen Sparer ihr Geld für eine feste Laufzeit an und erhalten dafür einen garantierten Zinssatz. Die FMH-Finanzberatung hat 73 Anbieter mit Laufzeiten von einem und zwei Jahren analysiert. Neun von ihnen erhielten die Bestnote „sehr gut“.
Den ersten Platz sicherte sich die schwedische Hoistspar. Für eine Laufzeit von einem Jahr bietet die Bank einen Zinssatz von 2,8 Prozent, für zwei Jahre steigt er leicht auf 2,82 Prozent. Ausschlaggebend für die Spitzenposition ist die niedrige Mindesteinlage von nur einem Euro.
Auf Platz zwei folgt die estnische Bigbank. Auch sie bietet attraktive Zinsen, verlangt jedoch eine Mindesteinlage von 1000 Euro. Ebenfalls mit der Note „sehr gut“ bewertet wurde die State Bank of India mit Sitz in Frankfurt. Sie setzt eine Mindesteinlage von 20.000 Euro voraus, bietet dafür aber einen Zinssatz von 2,7 Prozent für ein Jahr sowie eine erweiterte Einlagensicherung.
Wer Festgeld anlegt, sollte nicht nur auf Zinssatz, Mindesteinlage und Einlagensicherung achten, sondern auch die Konditionen zum Laufzeitende prüfen, sagt Scherfling. Manche Banken verlängern Festgeldanlagen automatisch um die ursprüngliche Laufzeit und legen das Kapital zum dann gültigen Zinssatz erneut an, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wird. Transparente Informationen zu Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfristen sind daher ein zentrales Qualitätsmerkmal guter Festgeldangebote.
Erstpublikation: 12.01.2026, 10:12 Uhr.