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Roman Kirsch„Wunderkind des E-Commerce“ sammelt frisches Kapital für Lesara ein

Der umtriebige Lesara-Gründer kann sich bei Investoren erneut 30 Millionen Euro sichern. Das Geld will er ins Wachstum des Onlinemodehändlers stecken.Florian Kolf 10.07.2018 - 18:57 Uhr Artikel anhören

Gründete bereits mit Anfang 20 seinen ersten Onlineshop.

Foto: Lesara GmbH

Berlin. Der Onlinemodehändler Lesara hält die Schlagzahl hoch. Vor nicht einmal einem Jahr schloss Gründer Roman Kirsch die dritte Finanzierungsrunde ab. Nun fließt dem Start-up erneut frisches Kapital zu. Neue und alte Investoren haben weitere 30 Millionen Euro für die Expansion bereitgestellt, wie Kirsch dem Handelsblatt sagte.

Lesara überträgt das Prinzip von „Fast Fashion“ ins Internet. Nur zehn Tage nach Erkennen eines Trends sind die Klamotten im Onlineshop verfügbar – schneller als bei den Erfindern des Fast-Fashion-Konzepts wie H&M und Primark.

Neu an Bord ist der US-Investor 3L Capital, der die Finanzierungsrunde anführt. „Das hat gleich gut gepasst, die haben eine ähnliche Vision wie wir“, sagt Kirsch. „Außerdem haben sie ein gutes Netzwerk in den USA, das kann uns weiterhelfen.“

Auch bestehende Investoren wie Northzone, Mangrove Capital Partners und Vorwerk Ventures haben sich erneut beteiligt. Insgesamt sind damit mehr als 90 Millionen Euro in das Unternehmen geflossen. Das ist nötig, investiert Lesara doch erstmals auch in eine eigene Logistik. So geht im August das Distributionszentrum in Erfurt in Betrieb, das 45 Millionen Euro gekostet hat.

„In der Branche ist viel im Umbruch, da wollen wir Geld ins Wachstum stecken“, so Kirsch. Das heißt, dass Kapital auch in Technologie und Marketing fließt. Dafür muss dann das Erreichen der Profitabilität noch warten. Nach den letzten verfügbaren Zahlen war der Verlust 2016 von elf auf 14 Millionen Euro gestiegen.

Noch in diesem Jahr soll ein Webshop in einem weiteren europäischen Land aufgemacht werden. Damit wäre Lesara in 25 Ländern vertreten.

Kirsch liebt hohes Tempo und schnelles Wachstum. Schon mit Anfang 20 gründete er den Onlineshop Casacanda – nur um ihn ein halbes Jahr später für einen Millionenbetrag wieder zu verkaufen. Das Magazin „Forbes“ nahm den Absolventen der London School of Economics 2016 in seine Liste „30 unter 30 Europa“ auf. Um keine Zeit zu verlieren, nutzt er in den Großraumbüros der Firmenzentrale in Berlin-Mitte auch schon mal ein Hoverboard.

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Zuweilen jedoch übertreibt er es in der forschen Außenkommunikation. So hat er extern die Umsätze des 2013 gegründeten Händlers lange Zeit inklusive Retouren angegeben – was sie rund doppelt so hoch erscheinen ließ, wie sie tatsächlich waren. So sprach er von einem Umsatz für 2017 in Höhe von 150 Millionen Euro, während in Präsentationen für Investoren gerade mal 71 Millionen Euro genannt wurden.

Das hat das „Wunderkind des E-Commerce“, wie er gerne mal genannt wurde, einiges an Glaubwürdigkeit gekostet. „Das war kein böser Wille, aber wir haben daraus gelernt, dass wir klarer kommunizieren müssen“, räumt der 30-Jährige etwas zerknirscht ein.

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