Kapitalmaßnahmen: Trotz Corona-Einbußen: Dax-Konzerne ziehen Aktienrückkäufe für fünf Milliarden Euro durch
Der Sportartikelhersteller hat in den vergangenen Monaten massiv Aktien zurückgekauft und ist jetzt auf Staatsgelder angewiesen.
Foto: AFPDüsseldorf. Mehr als ein Dutzend Dax- und gut 20 MDax-Konzerne haben wegen der Coronakrise vor schwächeren Erträgen im laufenden Geschäftsjahr gewarnt. So viele Hiobsbotschaften in so kurzer Zeit sind einmalig. Doch offenbar sehen sich nicht alle Unternehmen in der Krise.
Nach 8,8 Milliarden Euro im gesamten Vorjahr haben deutsche Unternehmen schon in den ersten vier Monaten 2020 nach Handelsblatt-Berechnungen für mehr als fünf Milliarden Euro eigene Aktien an der Börse gekauft. Ganz vorne mit dabei: Adidas, Linde und vor allem Siemens.
Weil die Firmen ihre eingezogenen Anteilsscheine überwiegend vernichten, verknappen sie so das Angebot. Künftige Gewinne und Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien. Das treibt üblicherweise den Kurs.
Wirecard kaufte in der zweiten April-Woche für 5,56 Millionen Euro eigene Aktien, davor in der Woche für 8,45 Millionen Euro. Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) nahm in der ersten Aprilwoche für 112,7 Millionen Euro eigene Aktien zum Durchschnittskurs von 59 Euro zurück. Vor eineinhalb Jahren kostete eine Aktie noch 90 Euro.