Risikokapitalgeber: Start-ups aus Europa bringen Investoren höhere Renditen als die Konkurrenz aus dem Silicon Valley
Junge Tech-Firmen scheitern in Europa seltener als in den USA.
Foto: plainpicture/MaskotDüsseldorf. Internationale Risikoinvestoren interessieren sich zunehmend für junge europäische Technologiefirmen – aus gutem Grund: Die Start-ups sind für Investoren mittlerweile attraktiver als US-Neugründungen. Das zeigt eine Datenanalyse des Münchener Risikokapitalinvestors Earlybird für das Handelsblatt.
Demnach machen Kapitalgeber bei Verkäufen und Börsengängen von Start-ups aus Europa pro investiertem Euro mehr Rendite als in den USA: Die Investments haben sich in Europa in den vergangenen fünf Jahren um den Faktor 11,9 gesteigert. In den USA lag der Faktor dagegen nur bei 9,9 und in Asien bei 9,1. Die Werte beziehen sich auf alle Exits, also Börsengänge und Firmenverkäufe, von mehr als einer Milliarde Dollar.
Besonderes Potenzial sehen die Investoren bei Cloud-Produkten für die Industrie und Softwarelösungen für den Mittelstand. Auf diesen Feldern „kommen Branchenführer immer häufiger aus Europa“, sagt Luciana Lixandru von Sequoia Capital. Sie leitet die 2020 eröffnete Londoner Europa-Niederlassung des erfolgreichen Risikoinvestors aus dem Silicon Valley.
Die europäischen Stärken haben vor allem amerikanische Investoren erkannt: Seit 2010 haben die 30 renommiertesten US-Wagniskapitalfirmen den Anteil europäischer Unternehmen in ihren Portfolios im Schnitt von vier auf neun Prozent mehr als verdoppelt. Grund dafür sind nicht nur höhere Renditen, sondern auch gesunkene Risiken.