Volkswagen: Erfolgreichster Dax-Titel: Warum die VW-Aktie auch zu Rekordkursen unterbewertet ist
Der Autobauer erzielte im vergangenen Jahr eine Nettogewinn von 8,7 Milliarden Euro – kein deutscher Konzern verdiente so viel.
Foto: Volkswagen GroupDüsseldorf. Neunundfünfzig Prozent hat die VW-Aktie seit Januar zugelegt, mehr als alle anderen Dax-Titel. Auf Sicht eines Jahres hat sich Volkswagen fast verdoppelt: Mit einem Börsenwert von 135,6 Milliarden Euro löste der Autobauer den Softwarehersteller SAP als wertvollsten deutschen Konzern ab.
Eine Vorzugs-Aktie kostete zum Wochenschluss 245 Euro und war damit nur noch knapp vom Allzeithoch entfernt, das VW vor fast genau sechs Jahren mit 255,20 Euro erreicht hatte. Ein starker Absatz im ersten Quartal beflügelte den Kurs am Freitag zusätzlich.
Doch wer glaubt, nach dem jüngsten Höhenflug ist die Auto-Aktie überbewertet und teuer, der irrt. Rekordhohe Konzerngewinne und vorangegangene starke Kursverluste im Abgasskandal, als die Titel um mehr als 60 Prozent eingebrochen waren, machen die Aktie immer noch preiswert. Gemessen an der wohl wichtigsten Währung, dem Nettogewinn, zählt Europas größter Autobauer zu den günstigsten Aktien im Dax.
Aktionäre bezahlen den Konzern und heruntergerechnet jeden einzelnen Anteilsschein mit dem 9,4-fachen prognostizierten Jahresnettogewinn von gut zwölf Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr. Die 30 Dax-Unternehmen sind im Schnitt mit dem 16,7-fachen Jahresnettogewinn bewertet – also 75 Prozent höher. Mit Blick auf 2022 sinkt das so berechnete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei VW angesichts steigender Konzerngewinne auf weniger als acht.