Bürokratie-Serie: Start-ups kämpfen gegen Bürokratie: „Papierkram ohne Ende“
Während einige EU-Länder wie Estland und Österreich einen Online-Service dafür bereitstellen, Ideen zu Start-ups werden zu lassen, funktioniert die Gründung in Deutschland größtenteils analog.
Foto: HandelsblattBerlin. Das Symbol der Bürokratie steht bei Carolin Kleinert im Regal: Aktenordner der Firma Leitz beinhalten alle Verträge und Unterlagen, die für die Gründung und Leitung ihres Start-ups „Footprint Technologies“ wichtig waren und sind. Ist Kleinert unterwegs, hat sie keinen Zugriff darauf. „Es wäre besser, wenn das alles digital wäre“, sagt Kleinert. Aber so weit ist die deutsche Verwaltung noch nicht.
Immerhin, während des gesamten Gründungsprozesses musste sie kein einziges Fax verschicken, dafür aber Unmengen an Post: „Ich habe sehr viele original unterschriebene Anträge in Briefumschläge gesteckt“, erinnert sich Kleinert an die Anfangszeit. Die Antworten der öffentlichen Stellen kamen natürlich auch über den Postweg.
Ihr Start-up, das sie gemeinsam mit zwei anderen Gründern ins Leben rief, hilft Onlineshops dabei, die Füße ihrer Kunden im Internet nachzumessen. So sollen Retouren der Ware reduziert werden. Bis ihr Unternehmen auch tatsächlich existierte, musste Kleinert allerdings einen Prozess durchlaufen, den sie heute mit drei Worten beschreibt: „Papierkram ohne Ende“.