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Impfstoff-HerstellerModerna forciert Impfstoff-Projekte jenseits von Covid

Das Biotech-Unternehmen hat Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal verdreifacht. Der Omikron-Booster soll für die Impfsaison im Herbst bereitstehen.Siegfried Hofmann 04.05.2022 - 17:06 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Absatzprognose für seinen Corona-Impfstoff hielt der Pharmahersteller unverändert.

Foto: AP

Frankfurt. Der Erfolg im Covid-Impfstoffgeschäft beschert dem US-Biotech-Unternehmen Moderna weiter enormes Wachstum und dürfte auch im laufenden Jahr einen zweistelligen Milliardengewinn ermöglichen. Darauf deuten die starken Quartalszahlen sowie die weitgehend bestätigte Jahresprognose hin, die das Unternehmen am Mittwoch vorlegte.

Für das erste Quartal 2022 meldete das Unternehmen am Mittwoch einen Umsatzanstieg um gut 200 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal. Unterm Strich verdiente Moderna 3,7 Milliarden Dollar – mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr. Die Erwartungen des Marktes hat das Unternehmen damit deutlich übertroffen.

Für das Gesamtjahr bleibt es dagegen im Wesentlichen bei den bisherigen Erwartungen. Moderna habe inzwischen Lieferverträge im Volumen von 21 Milliarden Dollar für seinen Covid-Impfstoff Spikevax abgeschlossen. Ende Februar, bei Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal, war von festen Bestellungen von 19 Milliarden Dollar und drei Milliarden Dollar an Lieferoptionen die Rede.

Die Impfstoffallianz Covax, die den Einkauf für einkommensschwächere Länder koordiniert, hat nach Aussage von Moderna-Finanzchef David Meline einen Teil ihrer Bestelloptionen nicht gezogen. Ähnlich wie Moderna hatte am Vortag auch Pfizer seine bisherigen Prognosen für das Covid-Impfstoffgeschäft bestätigt.

Die Moderna-Manager bekräftigten zugleich ihre Zuversicht für die mittelfristigen Perspektiven, sowohl bei Covid-Impfstoffen als auch bei anderen, in Entwicklung befindlichen Vakzinen. Das US-Unternehmen geht davon aus, dass Covid in den kommenden Jahren zu einer endemischen Erkrankung wird, bei der jährliche Booster-Impfungen zumindest für Teile der Bevölkerung notwendig bleiben.

Moderna sieht daher das größte Potenzial in einem bivalenten Covid-Impfstoff, der sowohl gegen die Omikron-Variante als auch gegen das Ursprungsvirus schützt. Daten aus einer Phase-3-Studie mit diesem Doppelwirkstoff will das Unternehmen im Juni präsentieren. Entwicklungschef Stephen Hoge betrachtet diesen Impfstoff auch als Topkandidaten für die „Boostersaison“ im kommenden Herbst.

Moderna will Gewinne in mRNA-Impfstoffe für andere Krankheiten investieren

Die hohen Einnahmen aus dem laufenden Geschäft will das US-Unternehmen in seine Produktentwicklung in anderen Therapiebereichen jenseits von Covid investieren, wie Moderna-CEO Stéphane Bancel im Analystencall ankündigte. Neben dem modifizierten Covid-Impfstoff testet Moderna auch Impfstoffe gegen das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und gegen Infektionen mit dem Cytomegalievirus (CMV) in zulassungsrelevanten Studien. Noch im zweiten Quartal soll außerdem auch eine Phase-3-Studie mit einem mRNA-Grippeimpfstoff starten.

Moderna werde damit in Kürze vier Impfstoffkandidaten in Phase-3-Studien testen, die zu Zulassungen in den nächsten zwei bis drei Jahren führen könnten. „Wir bereiten die nächste Welle an Produkteinführungen vor“, so Bancel. Für alle drei Projekte sieht der Moderna-Chef ein Umsatzpotenzial von mehreren Milliarden Dollar.

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Die Cash-Reserven von derzeit 19 Milliarden Dollar per Ende März dürften bis Jahresende auf deutlich mehr als 20 Milliarden Dollar anwachsen, sollte sich Moderna nicht zu größeren Akquisitionen oder neuen Aktienrückkäufen entschließen.

Denn auf Basis der am Mittwoch publizierten Prognosen dürfte Moderna im Gesamtjahr auf einen Betriebsgewinn von gut zwölf Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 10,5 Milliarden Dollar zusteuern. Gegenüber dem Jahr 2021, für das Moderna 18,5 Milliarden Dollar Umsatz und 12,2 Milliarden Dollar Gewinn verbuchte, wäre das zwar ein Rückgang von jeweils rund zehn Prozent. Damit dürfte das Biotech-Unternehmen aber weiterhin zu den ertragsstärksten Akteuren im Pharmasektor gehören.

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