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  5. Medienbericht: SoftBank legt Arm-Börsengang in Großbritannien auf Eis

TechnologieinvestorSoftbank unterbricht offenbar Arm-Börsengang in Großbritannien

Der Tech-Investor sieht nach dem Regierungschaos wohl keine Grundlage für einen Londoner Börsengang des Chipkonzerns Arm. Eine andere Option war bereits gescheitert.Peter Köhler 19.07.2022 - 09:46 Uhr Artikel anhören

Der Börsengang war ursprünglich vor März 2023 geplant.

Foto: Bloomberg

Frankfurt. Die Rücktritte des Investitionsministers Gerry Grimstone und des Digitalministers Chris Philp nach dem Zusammenbruch der Regierung von Boris Johnson in Großbritannien haben den Technologieinvestor Softbank dazu veranlasst, die Gespräche über einen Arm-Börsengang zu unterbrechen, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Grimstone und Philp hätten eine führende Rolle in den Gesprächen gehabt.

Softbank könne nun auch den Weg einer einfacheren Börsennotierung in den USA gehen, hieß es. Das habe der Investor ursprünglich bevorzugt.

Mitte Juni hatte es geheißen, die britische Arm könne bei einem Börsengang mit bis zu 60 Milliarden Dollar bewertet werden. Der Schritt ist vor März 2023 geplant.

Ursprünglich hatte die japanische Softbank einen Arm-Verkauf an den US-Grafikkartenspezialisten Nvidia für 80 Milliarden Dollar anvisiert, war damit aber gescheitert. Softbank hatte Arm 2016 für 32 Milliarden Dollar gekauft und zuletzt erklärt, eine Börsennotierung in Großbritannien und den USA anzustreben.

Die Nachricht über Arm trifft in einen ohnehin verunsicherten Markt für Börsengänge. Insgesamt wagten im zweiten Quartal weltweit 305 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 54 Prozent weniger als im zweiten Quartal des Rekordjahres 2021. Das Emissionsvolumen sank sogar um 65 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar.

Die USA und Europa waren ähnlich stark betroffen: Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres sank in den USA die Zahl der Börsengänge von 119 auf 30, das Emissionsvolumen schrumpfte sogar um 95 Prozent von 43 auf gut zwei Milliarden Dollar. In Europa ging die Zahl der Börsengänge von 166 auf 43 zurück, das Emissionsvolumen schrumpfte von 23 auf 1,5 Milliarden Dollar.

„Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich, dass derzeit das IPO-Fenster für viele Unternehmen geschlossen ist und einige Unternehmen offenbar auf den richtigen Zeitpunkt möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte warten“, sagt Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Der Krieg in der Ukraine hat erhebliche Unsicherheiten zur Folge, zudem halten Lockdowns in China, die hohe Inflation und die eingeleitete Zinswende die Märkte weltweit in Atem.

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„Die Pipeline an Börsenkandidaten ist trotzdem nach wie vor gut gefüllt und das Interesse an einem Börsengang hoch“, betont Steinbach. Voraussetzungen für neue Emissionen seien allerdings die Auflösung der Unsicherheiten aus Investorensicht und ein Rückgang der Volatilität auf einen Indexlevel idealerweise auf 20 im VDax. Sollten die hohen Schwankungen an der Börse anhalten, wird auch über Alternativen nachgedacht. Es gebe eine ganze Reihe von Börsenkandidaten, für die alternative Verkaufsoptionen geprüft werden, sagt ein Investmentbanker.

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