Ukraine-Krieg: Westliche Technik in russischen Waffen: Mit diesen Tricks umgeht Moskau die Sanktionen
Russland ist abhängig von westlicher Technologie, um selbst Waffen herzustellen.
Foto: HandelsblattBerlin. Eine militärische Schatzkiste auf dem Schlachtfeld, so lässt sich der Fund eines ukrainischen Sicherheitsbeamten beschreiben, über den kürzlich die Agentur Reuters berichtete – eine schwarze Metallbox, die sich in einem nicht-explodierten russischen Marschflugkörper 9M727 befand.
Die Box ist nur einer von zahlreichen Gegenständen, die das ukrainische Militär seit Beginn des Krieges gesammelt hat. Dabei handelt es sich um Mikroelektronik, Spezialkameras, Sensoren, Sende- und Empfangsgeräte, Konverter, Luftflügel, Motoren.
Der Mann öffnete die Box mit einem Jagdmesser. Wie auch bei anderen Funden hatten viele der enthaltenen Chips, Signalprozessoren oder anderen Teile eine kyrillische Aufschrift – dass auf manchen aber bekannte Namen wie Intel oder Texas Instruments zu lesen waren, überrascht.
Bei der Box aus dem Marschflugkörper 9M727 waren es genau 31 Bauteile, die aus ausländischer Produktion stammten.
Mindestens 450 Teile aus westlicher Produktion
Herausgefunden hat dies das Royal United Services Institute (RUSI), ein britischer Think-Tank. Die Expertinnen und Experten haben 27 militärische Systeme, Plattformen, Funkgeräte und Ausrüstungsgegenstände untersucht, die das ukrainische Militär erbeutet oder auf dem Schlachtfeld sichergestellt hat. Und sie stellten fest: „Die militärische Macht Russlands wird von einer Lebensader aus Silizium erhalten, die von den USA über das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Deutschland, die Schweiz und Frankreich bis hin zu Taiwan, Südkorea und Japan reicht.“