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Künstliche IntelligenzWie Google auf die Bedrohung durch ChatGPT reagiert

Google demonstriert, wie Künstliche Intelligenz den Umgang mit Informationen verändern könnte. Doch Konkurrent Microsoft setzt den Marktführer stark unter Zeitdruck.Christof Kerkmann 09.02.2023 - 09:23 Uhr Artikel anhören

Der Konzern will seine dominante Stellung bei der Internetsuche verteidigen.

Foto: AP

Düsseldorf. Die meistbesuchte Website der Welt steht vor großen Veränderungen: Der Internetriese Google hat am Mittwoch angekündigt, die jüngste Generation der Künstlichen Intelligenz (KI) in zahlreiche Produkte zu integrieren. So soll die Suchmaschine des Konzerns bei komplexen Fragen Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen in einer Antwort zusammenfassen können.

„Viele Leute verwenden Google, weil sie schnelle, faktische Antworten brauchen“, erklärte Google-Manager Prabhakar Raghavan, der für die Suchmaschine verantwortlich ist, bei einer Präsentation in Paris. In vielen Fällen gebe es jedoch nicht die eine richtige Antwort – es gelte, ein Thema zu erkunden.

Grundlage für das Frage-Antwort-Format ist ein intelligenter Chatbot, den Google „Bard“ genannt hat, auf Deutsch: Barde. Konzernchef Sundar Pichai sprach in einem Blogeintrag von einem „experimentellen Konversationsdienst mit KI“ – ähnlich dem Programm ChatGPT, das in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte.

ChatGPT von Microsot setzt Alphabets Google unter Druck

Google zeigte auf der Bühne einige Beispiele für die neue Technologie. So können Nutzer von der Suchmaschine Argumente für und gegen ein Elektroauto abwägen lassen oder eine Fahrtroute mit Aussichtspunkten suchen. Viele Details nannte das Unternehmen indes nicht – einen Großteil der Präsentation widmete es KI-Anwendungen, die im Grundsatz bekannt sind.

Das offenbar eilig zusammengestellte Programm lässt erahnen, wie sehr der Internetkonzern Alphabet, dessen wichtigste Einheit Google ist, unter Druck steht. Der Marktführer bei der Internetsuche muss auf wachsende Konkurrenz reagieren – das Management soll intern einen „Code Red“ ausgerufen haben, also einen roten Alarm.

Denn: Konkurrent Microsoft hat am Dienstagabend angekündigt, die Technologie des ChatGPT-Entwicklers OpenAI in die eigene Suchmaschine Bing zu integrieren. Konzernchef Satya Nadella ruft ein „Wettrennen“ aus. Gleichzeitig arbeiten Start-ups wie You.com und Neeva an Konzepten, um die Internetsuche neu zu denken.

Googles Milliardengeschäft mit der Internetsuche

Bislang ist Google bei der Internetsuche praktisch Monopolist: Das Unternehmen beantwortet nach einer Erhebung des Statistikdienstes Statcounter weltweit 93 Prozent aller Suchanfragen. Mit gerade einmal drei Prozent Marktanteil ist Microsoft mit dem Dienst Bing bereits die Nummer zwei. Im vergangenen Jahr brachte das Geschäft 42,6 Milliarden Dollar ein, 56 Prozent des Konzernumsatzes.

Allerdings hat eine neue KI-Generation das Potenzial, viele Wirtschaftsbereiche zu verändern, auch die Internetsuche. Große Sprachmodelle wie GPT-3, das OpenAI entwickelt hat, können auf Kommando Informationen zusammenfassen und Texte erzeugen.

Google sieht sich bei der Entwicklung als führend an. Vor sechs Jahren hat das Management das gesamte Unternehmen auf die KI-Technologie ausgerichtet. Bei der Präsentation in Paris zeigte der Konzern mehrere Anwendungsbeispiele, beispielsweise die Übersetzung von Texten und die Erkennung von Objekten auf Fotos.

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Allerdings hat Google bislang davor zurückgeschreckt, intelligente Chatbots zu veröffentlichen. Das Management betont, dass man hohe Standards für Qualität, Sicherheit und Realitätsnähe erreichen wolle. Intern dürfte man sich zudem die Frage stellen, wie die neue Technologie das werbefinanzierte Geschäftsmodell beeinflusst.

Auch bei der aktuellen Initiative lässt Google Vorsicht walten. Zunächst wird eine Version für „vertraute Testpersonen“ veröffentlicht. Nach einem Bericht des TV-Senders CNBC hat Konzernchef Sundar Pichai zudem die eigenen Mitarbeiter aufgefordert, die Technologie intensiv zu testen. Erst „in den kommenden Wochen“ soll der Dienst breit verfügbar sein.

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Es ist nicht die einzige Initiative des Konzerns. Google hat nach einem Bericht der „Financial Times“ rund 300 Millionen Dollar in das Start-up Anthropic investiert, das im Feld der generativen Künstlichen Intelligenz aktiv ist. Dafür erhält der Konzern rund zehn Prozent der Anteile. Die Unternehmen kündigten zudem eine Cloudpartnerschaft an. Die Konstruktion ähnelt damit dem Investment von Microsoft in OpenAI.

Erstpublikation: 08.02.2023, 16:16 Uhr.

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