Pharma- und Agrarchemiekonzern: Bayer-Vorstand kassiert Bonus trotz hoher Glyphosat-Kosten – Aktionäre üben Kritik
Der Manager verlässt Bayer zum 1. Juni 2023
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Vergütung des Bayer-Vorstands stößt auf anhaltende Kritik bei Investoren und Stimmrechtsberatern. Grund: Auch 2022 musste Bayer milliardenschweren Kosten zur Beseitigung von Glyphosat-Klagen bewältigen – ohne Auswirkungen auf kurzfristige Bonuszahlungen an die Führung. Diese Regelung hatten mehrere Fonds bereits im vergangenen Jahr kritisiert.
Dem Konzern droht deswegen auf der Hauptversammlung kommende Woche Freitag eine erneute Niederlage in Bezug auf die Vorstandsbezahlung. Schon 2022 hatten rund 75 Prozent der Anteilseigner gegen den vorgelegten Vergütungsbericht gestimmt. Bayer verteidigt die Regelung als „marktüblich“ und hat nach der Schlappe im Vorjahr einen „Aktionsplan“ angekündigt. Kritikern geht dies aber nicht weit genug.
So empfiehlt der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS den Aktionären, auch in diesem Jahr den Vergütungsbericht abzulehnen. Die Fondsgesellschaften Deka und Union Investment, die zu den größeren Bayer-Anteilseignern gehören, teilten dem Handelsblatt mit, dass sie gegen den Bericht stimmen werden. „Die Ursache der letztjährigen Kritik ist nicht behoben worden“, sagte Janne Werning, Leiter ESG Capital Markets & Stewardship bei Union Investment.