US-Schuldenstreit: Investoren bereiten sich auf den Zahlungsausfall der USA vor
Gibt es nicht bald eine Einigung im Schuldenstreit, droht den USA die Zahlungsunfähigkeit – mit unabsehbaren Folgen.
Foto: APDüsseldorf. Einmal wöchentlich trifft sich aktuell ein Team der US-Großbank JP Morgan in einem sogenannten „War Room“. Ziel des Treffens: Die Großbank bereitet sich auf eines der größten und am schwierigsten zu kalkulierenden Risiken an den Märkten vor – einen Zahlungsausfall der USA. Dazu könnte es kommen, sollten sich Demokraten und Republikaner im Streit um eine Anhebung der Schuldenobergrenze nicht bald einigen.
Noch ist dieses Szenario abwendbar, das JP-Morgan-Chef Jamie Dimon „potenziell katastrophal“ nennt. Am Dienstag trifft sich US-Präsident Joe Biden zur Verhandlung mit dem Republikaner Kevin McCarthy. Er ist Chef des Repräsentantenhauses, das eine Anhebung des Schuldenlimits blockiert.
Biden gibt sich zwar optimistisch bezüglich eines Kompromisses und sagt: „Ich denke, wir werden es schaffen.“ Am Finanzmarkt wachsen aber mit jedem Tag, an dem sich keine Einigung abzeichnet, Misstrauen und Sorge.
Das zeigt nicht nur die Vorbereitungen von JP Morgan. Marko Behring, Leiter des Asset-Managements der Fürst Fugger Privatbank, sagt: „Die ersten Zeichen einer Beunruhigung lassen sich durchaus wahrnehmen – man muss nur genauer hinsehen.“