Ukraine: Ermittlungen gegen Ex-Regierungschefin Timoschenko wegen Bestechung
Ukraine. Korruptionsermittlungen sind zu einem prägenden Element der ukrainischen Politik geworden. Im November hatte der Skandal um veruntreute Staatsgelder im Energiesektor zu großen Verwerfungen im Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj geführt. Sogar der mächtige Stabschef Andrij Jermak musste infolgedessen abtreten.
Nun ist eine weitere prominente Figur der ukrainischen Opposition ins Visier der Antikorruptionsbehörden geraten. Das Ermittlungsbüro Nabu und die Sonderstaatsanwaltschaft Sapo teilten diese Woche mit, den versuchten Stimmenkauf durch eine Fraktionsvorsitzende aufgedeckt zu haben. Obwohl die Behörden keine Namen nannten, besteht laut Beobachtern kein Zweifel, dass es sich um die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko handelt.
Das Nabu fügte in seiner Mitteilung sogar ein Emoji einer Frau mit aufgesteckten blonden Haaren an. Die zu einem Kranz geflochtenen Zöpfe sind ein Markenzeichen der ersten Regierungschefin der Ukraine.
Timoschenko bestätigte später, dass die Antikorruptionsbehörden in der Nacht auf Mittwoch die Räumlichkeiten ihrer Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) durchsucht hätten. Die Oppositionspolitikerin spricht von einem politisch motivierten Vorgehen und weist alle Anschuldigungen zurück.