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Ukraine-KarteDas ist der aktuelle Frontverlauf

Seit 2022 eskaliert der Krieg in der Ukraine. Aktuell verteidigt die ukrainische Armee ihr Land vor allem im Osten gegen Russland. Ein Überblick über den Frontverlauf mit Karten.Jana-Sophie Brüntjen, Hendrik Wünsche, Irina Jablonowska 15.01.2026 - 14:34 Uhr Artikel anhören
Karte der Ukraine: Trotz massiver Angriffe hat die ukrainische Armee bisher weite Teile des Landes erfolgreich verteidigt. Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Die Ukraine verteidigt sich gegen die russische Armee. Zwar laufen Friedensverhandlungen, doch die Kämpfe halten mittlerweile seit fast vier Jahren an.

Im Laufe des vergangenen Jahres hat Russland langsam mehr Territorium eingenommen. Die russische Armee rückt besonders in den Regionen Luhansk und Donezk vor. Russland versucht seit Beginn der Vollinvasion, die Kontrolle über das Gebiet zu erlangen, das auch als Donbass bekannt ist. Auch um die südwestlich gelegenen Regionen Saporischschja und Cherson herrschen erbitterte Kämpfe.

Kurz nach dem Einmarsch hielt Russland Referenden ab, um all diese Regionen zu annektieren – analog zur Annexion der Krim im Jahr 2014 –, konnte sie aber nie vollständig unter seine Kontrolle bringen. Die Referenden sind völkerrechtswidrig und wurden von den Vereinten Nationen als illegal verurteilt.

Pokrowsk weiter Teil der Frontlinie

Die Stadt Pokrowsk bleibt stark umkämpft. Der Kreml hat diese Anfang Dezember für erobert erklärt, das ukrainische Militär weist dies zurück. Unabhängige Quellen bestätigen, dass die Stadt nicht in russischer Hand liegt.

Dennoch sind zahlreiche Angriffe der russischen Streitkräfte innerhalb und in der Umgebung von Pokrowsk dokumentiert, etwa bei Myrnohrad nordöstlich der Stadt. Auch um Myrnohrad gibt es von ukrainischer und russischer Seite konträre Angaben, ob die Stadt, deren Bevölkerung größtenteils vor der Invasion geflohen ist, von Russland eingenommen ist.

Ein ukrainischer Militärsprecher berichtete, dass russische Streitkräfte um Pokrowsk primär mit kleinen Gruppen angriffen. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen griffen diese jedoch weniger häufig an. Der Norden von Myrnohrad werde aber gehalten.

Kämpfe an der Front um Kupjansk

Kämpfe halten auch rund um die Stadt Kupjansk im Osten der Oblast Charkiw an. Nach einer Analyse des Institute for the Study of War ist inzwischen klar, dass die ukrainischen Streitkräfte die Ortschaften Kuryliwka und Kucheriwka südlich beziehungsweise südöstlich von Kupjansk zurückerobert haben und diese entgegen russischer Behauptungen halten.

Die ukrainische Armee hatte Kupjansk Mitte Dezember weitgehend befreit. Die Befreiung von Kupjansk war ein großer PR-Rückschlag für Russland, zumal der russische Präsident Wladimir Putin Ende November sogar ausländische Journalisten eingeladen hatte, die eingenommene Stadt zu besuchen.

Ein ukrainischer Regimentskommandeur berichtete, dass die russischen Truppen Übergänge über den Fluss Oskil täglich mit 20 bis 40 KAB-Lenkbomben sowie mit Glasfaser- und Molniya-Drohnen, Mehrfachraketenwerfern (MLRS) und Rohrartillerie angriffen.

Der Kommandant erklärte, dass die ukrainischen Streitkräfte die russischen Vorstöße vom nördlichen Stadtrand von Kupjansk blockierten und die Logistik für die russischen Streitkräfte in Kupjansk unterbrochen hätten, sodass die russischen Truppen gezwungen seien, Nachschubmissionen mit Drohnen durchzuführen.

Ukraine hält die Bastion Slowjansk

Der Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. Russland beansprucht die Region für sich. Erst kürzlich wurden bei einem Bombenangriff auf Slowjansk mehrere Zivilisten schwer verletzt.

Russische Truppen griffen zuletzt rund um die Stadt Lyman an, die aufgrund ihrer Anbindung an das Eisenbahnnetz auch als „Nordtor des Donbass“ bezeichnet wird. Größeres Vorrücken beobachten unabhängige Quellen aber nicht. Ein ukrainischer Militärsprecher erklärte, die russische Armee setze um Slowjansk ein Rotationssystem mit vier Bataillonen ein. Drei Bataillone seien an der Front im Einsatz, während ein Bataillon in Reserve gehalten werde, um Bataillone zu ersetzen, die kampfunfähig geworden sind.

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Methodik: Das Handelsblatt stützt sich bei Berichten zum Frontverlauf auf Angaben des Institute for the Study of War. Russische offizielle Angaben sind nur sehr bedingt als Quellen geeignet. Teilweise greift das Handelsblatt auch auf den militärnahen ukrainischen Kartendienst Deepstate zurück, allerdings nur mit entsprechendem Hinweis.

Dieser Artikel erschien bereits im Dezember 2025. Der Artikel wurde am 15.01.2026 erneut geprüft und aktualisiert.

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