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Economic Challenges„Große Teile des Wohlstands basieren auf Zuwanderung“

Entwickelte Volkswirtschaften konkurrieren alle um Arbeitskräfte – denn diese sichern ihren künftigen Wohlstand. Um Menschen aus der Fremde zu gewinnen, müssen sie willkommen sein. 21.07.2023 - 08:44 Uhr Artikel anhören
Economic Challenges 21.7.2023

Wohlstand durch Zuwanderung: Deutschland profitiert enorm von fremder Arbeitskraft. Fremdenfeindlichkeit schadet allen.

20.07.2023
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Die ausgeprägte Fremdenfeindlichkeit der AfD ist ohne Zweifel ein Standortnachteil für die deutsche Volkswirtschaft, stellt Bert Rürup fest. Eigentlich müsste Deutschland eine Willkommenskultur haben. Doch dies sei vor dem Hintergrund der insbesondere in Ostdeutschland erstarkenden AfD leider kaum möglich. Deutschland läuft bereits flächendeckend in ein Fachkräfteproblem. Um das zu lösen, bräuchte es Zuwanderung. Doch wenn es weitere Eklats in Richtung Ausländerfeindlichkeit gebe, könne man sich die Bemühungen um Zuwanderer auch sparen.

Auch Michael Hüther ist der Ansicht, dass die Migrationspolitik darauf reagieren muss. Es müsse deutlich gemacht werden, dass die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre ohne die Einwanderung von qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) so gar nicht möglich gewesen wäre. Darüber hinaus gebe es viele Beispiele, wo Migration nach Deutschland und die Integration der Zuwanderer in unsere Wertschöpfung und gesellschaftlichen Strukturen wichtig gewesen seien.

Für Hüther ist die Zuwanderungspolitik auch eine finanzielle Frage. Die Menschen aus Thüringen klagten, dass die Zuwanderung sie belaste. Denn in Thüringen überweise beispielsweise das Land einer Kommune nur etwa 255 Euro pro Flüchtenden. Um diesen zu integrieren, müsse die Kommune ihr Geld zulasten der Einheimischen umschichten. In Nordrhein-Westfalen zahle das Land pro Geflüchteten dagegen über 1.000 Euro an die Kommune.

Jetzt werde der Betrag in Thüringen zwar auf etwa 300 Euro aufgestockt. Hier nicht weiterzugehen ist für Hüther jedoch eine elementare Fehlentscheidung. Damit die Integration funktioniert, müsse man die Kommunen ertüchtigen, dass sie es sich finanziell leisten könnten. Wenn aber der Eindruck entstehe, eine Kommune muss Standardleistungen für ihre Bürger reduzieren, sei erst mal nicht ganz unverständlich, dass die Bürger dahinter ein Fragezeichen setzten.

Rürup stellt heraus, dass die Zuwanderung in den 60er-Jahren und auch die im letzten Jahrzehnt für Deutschland ein warmer Regen gewesen sei. Die goldenen Jahre des letzten Jahrzehnts seien nicht zuletzt durch die massive Zuwanderung aus der EU bewirkt worden, mithilfe der Fachkräfte. „Große Teile unseres Wohlstandes basieren auf der Zuwanderung“, sagt Rürup. In der Summe sei Zuwanderung ein Gewinn für das Land.

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