Prognose: Tiefpunkt bei Wohnungskrediten wohl erreicht
Insbesondere der jahrelang boomende Wohnungsbau ist wegen des starken Zinsanstiegs bei Krediten ins Stocken geraten.
Foto: dpaBerlin/Frankfurt. Trotz anhaltend schwacher Nachfrage nach Wohnimmobilienkrediten keimt beim Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) Hoffnung auf. „Die Summe aller zugesagten Wohn- und Gewerbeimmobiliendarlehen nahm nun das zweite Quartal in Folge leicht zu“, erläuterte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt am Mittwoch. „Das lässt sich als Anzeichen dafür werten, dass die Talsohle im Immobilienfinanzierungsgeschäft erreicht sein könnte.“
Im zweiten Quartal sagten die in dem Verband zusammengeschlossenen Institute den Angaben zufolge Darlehen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in einer Gesamthöhe von 28,2 Milliarden Euro zu. Das waren zwar 38,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, aber 10,2 Prozent mehr als im Vorquartal. Zu den Mitgliedern des Verbandes zählen unter anderen Deutsche Bank, Commerzbank, Landesbanken und große Sparkassen.
Nach Einschätzung des Verbandes wird es möglicherweise bis ins Jahr 2024 dauern, bis sich der Markt erholt hat. „Investoren und Privatleute benötigen noch Zeit, um sich an das gestiegene Zinsniveau zu gewöhnen“, erklärte Tolckmitt. Die Nachfrage speziell nach Wohnimmobilienfinanzierungen sei „weiterhin verhalten“. Das Niveau neu vergebener Wohnimmobiliendarlehen lag im zweiten Quartal mit 14,8 Milliarden Euro noch unter dem bereits schwachen ersten Quartal des laufenden Jahres mit 16,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 bedeutet dies einen Rückgang um 45,8 Prozent.