Banken: Warum Sparkassenkunden jetzt mehr in Aktien investieren
Frankfurt. Sparkassenkundinnen und -kunden haben in den ersten sechs Monaten 2025 deutlich mehr in Fonds investiert als im Vorjahr. Deka, der zentrale Fondsdienstleister der Sparkassen, registrierte gut zehn Milliarden Euro an Zuflüssen in Privatkunden-Fonds, wie er am Dienstag mitteilte. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2024.
Einschließlich Zertifikaten und Investmentfonds für institutionelle Investoren sammelte die Deka 20,4 Milliarden Euro ein – der höchste Wert für ein erstes Halbjahr überhaupt. Laut Deka-Chef Georg Stocker vertrauen die Sparkassenkundinnen und ‑kunden auf die Wirtschaft und deren Innovationskraft. „Das ist ein klares Investitionssignal.“
Das zeigt, dass die Sparer trotz der Börsenturbulenzen im Frühjahr, ausgelöst durch die US-Zollpolitik, nicht von Aktienanlagen abgeschreckt wurden. Rund drei Milliarden Euro flossen in Deka-Aktienfonds. Allein der im Februar gestartete Rüstungsfonds Security & Defense-Fonds sammelte 350 Millionen Euro ein.
Beim privaten Fondsabsatz übertraf die Deka die Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, die schärfste Konkurrenz der Sparkassen. Union Investment sammelte 6,6 Milliarden Euro von privaten Kunden ein. Im Geschäft mit institutionellen Anlegern betrug der Nettoabsatz von Union Investment 3,8 Milliarden Euro, bei der Deka waren es nur 1,2 Milliarden Euro und damit weniger als im Vorjahr.
Trotz des höheren Fonds- und Zertifikateabsatzes verdiente die Deka kaum mehr. Das wirtschaftliche Ergebnis, das die Deka ausweist und das dem Gewinn vor Steuern nahekommt, stieg nur geringfügig von 512 auf 520 Millionen Euro.
Deka soll ihr Depotangebot modernisieren
Auch die Anzahl der von Sparkassenkundinnen und -kunden eröffneten Wertpapiersparpläne stieg. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden netto 287.000 neue Sparpläne eröffnet. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Sparpläne auf 8,5 Millionen. Derzeit verwaltet die Deka rund 5,9 Millionen Wertpapierdepots.
Anfang Juli hatte der Verwaltungsrat entschieden, dass die Deka ihr Depotangebot modernisieren soll. Stocker bezeichnete den Beschluss als „Meilenstein“. Unter anderem soll im Deka-Depot künftig nicht nur die Abwicklung und Verwahrung von Fonds, sondern zum Beispiel auch von Aktien möglich sein.
Die Überarbeitung der Infrastruktur im Depotgeschäft ist ein Teil der Bemühungen der Sparkassen, weitere Kapitalabflüsse an Konkurrenten wie Trade Republic zu verhindern. Viele Sparkassen bieten sowohl Depots der Deka als auch der DWP Bank an, die den Genossenschaftsbanken sowie im Wesentlichen zwei Sparkassenverbänden gehört.
Erstpublikation: 26.08.2025, 11:00 Uhr.