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GeldpolitikEZB startet im März den Dialog mit den Bürgern Europas

„Wir möchten für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger offen sein“, sagt die EZB. Ab März soll es daher einen offenen Dialog zur Geldpolitik geben.Jan Mallien 24.02.2020 - 16:58 Uhr aktualisiert

Frankfurt.

Die EZB-Präsidentin will Ende März eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Das Euro-System hört zu“ starten.

Foto: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) will im März Diskussionsveranstaltungen mit Bürgern starten. Unter dem Titel „Das Euro-System hört zu“ sollen dabei regionale Organisationen, Verbraucherverbände und Sozialpartner mit ihren Ansichten zu den geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank äußern. „Wir möchten zuhören und für die Meinungen, Erwartungen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger offen sein“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag in Frankfurt.

Die EZB hatte vor Kurzem beschlossen, ihre geldpolitische Strategie zu überprüfen. Ein Teil davon soll ein Dialog mit den Bürgern sein. Bei der Überprüfung der Strategie geht es etwa um das Inflationsziel der Notenbank, aber auch um die Messung der Inflation, die Instrumente der Geldpolitik und die gesamte Kommunikation der EZB. Der Prozess soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Der Auftakt der Veranstaltungen mit Bürgern findet am 26. März unter Leitung Lagardes in Brüssel statt. Weitere Konferenzen folgen – ausgerichtet von den nationalen Notenbanken der 19 Euro-Länder. Auch mit Wissenschaftlern und Vertretern der Finanzbranche will sich die Notenbank austauschen. Bürger können online Ideen und Kommentare einreichen.

Eigenes Projektbüro

Die EZB hat zur Überprüfung der Strategie elf Arbeitsgruppen gebildet. Diese befassen sich etwa auch mit den Folgen des Klimawandels, der Globalisierung und der Digitalisierung für die Geldpolitik. Insgesamt sind Mitarbeiter aus zehn verschiedenen Abteilungen der Notenbank beteiligt. Für die Koordination der Arbeitsgruppen hat die Notenbank ein Projektbüro aufgesetzt, das der Deutsche Christophe Kamps leitet.

Als besonders wichtig gilt die Frage, wie die EZB ihr Ziel der Preisstabilität definiert. Aktuell strebt die EZB eine Inflation von „unter, aber nahe zwei Prozent“ an. Diese verklausulierte Formulierung halten Kritiker für zu kompliziert. Notenbanker wie der frühere EZB-Direktor Benoît Cœuré plädieren dafür, das Ziel einfach auf zwei Prozent zu setzen.

Manche fürchten allerdings auch eine Erhöhung. So hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann jüngst vor einer deutlichen Anhebung des Inflationsziels gewarnt. Laut Mandat ist das primäre Ziel der EZB Preisstabilität. Daneben hat sie jedoch auch noch nachrangige Ziele wie Vollbeschäftigung und Umweltschutz. Eine Frage wird zum Beispiel auch sein, inwieweit sie ihre anderen Ziele in der Kommunikation stärker hervorhebt.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Inflationsmessung. Hier wird debattiert, ob die Kosten für Wohnen in der Inflationsberechnung stärker berücksichtigt werden sollten. Anders als in den USA berücksichtigen die Statistiker im Euro-Raum bei der Berechnung des für die Geldpolitik maßgeblichen Preisindexes Mieten, nicht aber die Kosten für das Wohnen in der eigenen Immobilie. Grund dafür sind vor allem methodische Schwierigkeiten. Kritiker argumentieren, dass dies nicht der Lebenswirklichkeit entspricht. Jan Mallien.

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