Energiewende: Sanieren oder warten? Verbände bieten Modell zur Orientierung
München. Was tun? Das fragen sich etliche Immobilieneigentümer, wenn es um das Thema energetische Sanierung geht. Zwar bieten mittlerweile zahlreiche Start-ups Gebäudeanalysen sowie die Erstellung von Maßnahmeplänen an, trotzdem warten viele erst mal ab. Die Sanierungsquote dümpelt in Deutschland jedenfalls bei 0,69 Prozent.
Die Unsicherheit darüber, was nötig, sinnvoll oder schlichtweg überflüssig ist, scheint groß. Nun haben der Immobilienverband Deutschland IVD, der Bundesverband für Energieberatende (GIH) sowie der Bundesverband für Energie- & Wasserdatenmanagement (bved) ein Gebäuderaster entwickelt und wollen Eignern damit mehr Orientierung geben.
Henner Schmidt, Berater für Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit beim IVD, erklärt in einem Video, dass es sich um ein einfaches Instrument handle. Anhand der Energieeffizienzklasse und mit Angaben zur Heizungsanlage können Eigner ihre Immobilie in eine von sieben vorgegebenen Kategorien einordnen. Das Modell reduziert das Thema nämlich auf zwei Fragen: Wie ist der energetische Zustand des Gebäudes? Wie steht es um die Heizung?
Es wird unterschieden, ob der Sanierungsbedarf dringlich ist oder mittelfristig beziehungsweise langfristig angegangen werden kann, und zwar unter Berücksichtigung der aktuellen Gesetzeslage – insbesondere der EU-Gebäuderichtlinie EPBD und des novellierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG). So brauche man Gebäude der Energieeffizienzklassen D und E erst innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre anzufassen, meint Schmidt.