Ørsted, Siemens Energy, Next Era Energy: Windkraft-Aktien sind laut Analysten derzeit riskant und attraktiv zugleich
Köln. Erneuerbare Energien werden weltweit ausgebaut, feste Netzentgelte bedeuten sichere Einnahmen für Anbieter. Trotzdem sind Windkraft-Aktien zuletzt stark gefallen.
Timo Werner, Fondsmanager bei Commerz Real Fund Management, sagt zu den Gründen: „Die aktuellen Lieferkettenprobleme in Kombination mit gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten haben kurzfristig massive Auswirkungen auf einige Entwickler großer Offshore-Windprojekte gehabt.“ Die Absicherung von Entwicklungsrisiken werde künftig wohl eine größere Rolle spielen als bisher.
Der DZ-Bank-Analyst Werner Eisenmann erklärt, warum Projektentwickler im Offshore-Bereich besonders hohen Risiken ausgesetzt sind: „Das liegt vor allem an den sehr langen Vorlaufzeiten, die mit Offshore-Projekten einhergehen.“
Diese beginnen mit Ausschreibungsverfahren, bei denen staatliche Behörden die Nutzungsrechte für Meeresböden vergeben. Es folgen Genehmigungsverfahren, der Bau des Fundaments, Charterschiffe für die Installation, schließlich die Netzanbindung. All das macht Offshore-Windparks komplexer und schwieriger umzusetzen als Onshore-Projekte.
Besonders hart trifft es all jene, die schon früh langfristige Abnahmeverträge mit niedrigen Strompreisen abgeschlossen haben, sagt Eisenmann: „Einige Marktteilnehmer, nicht alle, haben ein schlechtes Management an den Tag gelegt.“ Kostensprünge sprengen die Kalkulation. Es folgen hohe Abschreibungen, Projekte werden eingestellt, Verträge neu verhandelt.