Wall Street: Welche Auswirkungen Joe Bidens Pläne auf die US-Aktienmärkte haben
Unter dem neuen US-Präsidenten sind die Aktienkurse an der Wall Street kräftig gestiegen.
Foto: dpaFrankfurt. Von wegen „Sleepy Joe“. So nannte Donald Trump im Wahlkampf gerne seinen Herausforderer Joe Biden. Und selbst dessen Anhänger hatten wegen des zurückhaltenden Auftretens und des hohen Alters des 78-Jährigen Sorgen, er könnte ein schwacher Kandidat sein.
Doch seit seinem Amtsantritt hat der US-Präsident keine Minute verstreichen lassen: erst ein knapp zwei Billionen Dollar schweres Konjunkturprogramm, jetzt ein Infrastrukturprogramm, das zum Teil auch ein soziales Programm ist, etwa zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge. Dazu kommen noch Ausgaben für die Klimapolitik.
Die Ausgaben beflügeln auch die Wall Street. Nach Berechnung der US-Bank JP Morgan hat Biden die seit mindestens 75 Jahren stärkste Kursrally eines neuen US-Präsidenten ausgelöst – wobei der Corona-Erholungseffekt natürlich mitwirkt. Seit Bidens Wahl zum US-Präsidenten im vergangenen November hat allein der breite US-Index S&P 500 mehr als 20 Prozent zugelegt.
Biden will einen Teil der Ausgaben durch höhere Steuern wieder reinholen. Am Donnerstag reagierten die Märkte verunsichert, als neue Pläne zur Besteuerung von sehr wohlhabenden Investoren durchsickerten.
Anleger fragen sich: Geht die Politik Bidens für die Märkte weiter auf? Anleiheexpertin Pilar Gomez-Bravo von der Fondsgesellschaft MFS sieht in Bidens Politik ein „Experiment“. Die Märkte scheinen zu glauben, dass es funktioniert. Sie haben jedenfalls bereits zweimal Bidens Steuerpläne recht locker verkraftet.