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Dax aktuell Dax schließt im Minus – Anleger sollten sich auf stärkere Kursschwankungen einstellen

Der Kurssprung vom Vortag entpuppt sich beim deutschen Leitindex als Fehlsignal. In einem schwachen Gesamtmarkt verlieren die Auto-Aktien besonders stark.
30.06.2021 - 17:55 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax zeigt am Mittwoch ein bekanntes Muster: Nach dem deutlichen Kursplus vom Vortag nehmen Anleger Gewinne mit. Im Zuge dessen verliert der deutsche Leitindex bis zum Handelsschluss ein Prozent und fällt auf 15.531 Punkte.

Damit hat sich der Ausbruch aus der jüngsten Seitwärtsbewegung nach oben vom Dienstag als Fehlsignal entpuppt. Nach dem Anstieg in Richtung 15.700 Punkte schien eigentlich der Weg frei in Richtung Rekordhoch von 15.803 Stellen. Stattdessen ging es abwärts bis auf zwischenzeitlich 15.461 Punkte, ehe die Inflationszahlen für die Euro-Zone für Beruhigung sorgten.

Demnach sind die Verbraucherpreise im Juni um 1,9 Prozent gestiegen und damit etwas langsamer als im Vormonat. „Der Wert unter zwei Prozent untermauert die Einschätzung, dass die Europäische Zentralbank vorerst nicht über eine Verringerung der geldpolitischen Unterstützung nachdenken wird“, sagte Analyst Charalambos Pissouros vom Brokerhaus JFD.

Die US-Zahlen vom Arbeitsmarkt haben dagegen kaum Auswirkungen, obwohl die Fortschritte im Juni größer sind als gedacht. Unter dem Strich schuf die Privatwirtschaft 692.000 Stellen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgehrt. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 600.000 gerechnet.

Damit wiederholt sich ein schon häufiger beobachtetes Phänomen der laufenden Rally: Nach deutlichen Gewinnen bleiben Anschlusskäufe aus. Verluste wiederum werden prompt als Einstiegschance genutzt – im aktuellen Fall auf dem Niveau des Zwischentiefs aus der Vorwoche von 15.456 Punkten. Das spricht gegen Überzeugungskäufe und gegen nachhaltige steigende Kurse.

Die Auswirkungen des geringen Handelsvolumens

Beachtenswert ist vor diesem Hintergrund auch das geringe Handelsvolumen. Am Dienstag wurden nur knapp 50 Millionen Aktien gehandelt, am Mittwoch waren es bis zum Nachmittag 32 Millionen Aktien – im Mai waren es im Schnitt noch 70 Millionen.

Das zeigt: Es gibt weniger neue Käufer. In diesem Umfeld steigen die Kurse nur so lange, wie weniger Anleger verkaufen wollen. Im Gegenzug reicht schon ein geringer Anstieg der Verkäuferseite dafür, dass die Kurse deutlich sinken, wie an diesem Mittwoch zu sehen ist. Diese Konstellation spricht für volatile Sommermonate, in denen Kursausschläge möglich sind, ohne dass der Markt seine Richtung ändert.

Hinzu kommt, dass Belastungsfaktoren wie die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zu Gewinnmitnahmen einladen. In Frankreich macht sie bereits 20 Prozent der Corona-Fälle aus, und auch in Deutschland wächst ihr Anteil. Die Impfkampagne befindet sich dadurch in einem Wettrennen gegen die Delta-Variante. Verliert sie dieses, könnte es im Herbst erneut zu Beschränkungen kommen, was die wirtschaftliche Erholung verzögern würde.

Gewinnmitnahmen bei Auto-Aktien

Vor diesem Hintergrund machten einige Anleger am Mittwoch Kasse und sicherten sich ihre Gewinne, nachdem der Dax im ersten Halbjahr mehr als 13 Prozent zugelegt hat. Auf Quartalssicht steht mit dem fünften Plus in Folge sogar die längste Serie seit fast vier Jahren.

Angetrieben wurde diese Rally von Automobilwerten, dementsprechend sind hier die Gewinnmitnahmen auch besonders ausgeprägt. Die Titel von VW, Daimler und BMW verlieren am Mittwoch an Wert, nachdem sie im ersten Halbjahr bis zu 40 Prozent zugelegt hatten. Auch die größten Vortagsgewinner Infineon und Siemens Energy sowie der Corona-Profiteur Delivery Hero wurden verkauft und gaben nach.

Einzelwerte im Fokus

Volkswagen: Der US-Bundesstaat Ohio darf den Autokonzern wegen dessen Diesel-Abgasmanipulationen verklagen. Das oberste Gericht des Staates entschied, dass die Anwendung des US-Bundesgesetzes „Clean Air Act“ auf VW nicht verhindere, dass Ohio Ansprüche gegen VW aufgrund eigener Gesetze verfolge. Die VW-Aktien verlieren bis zum Handelsschluss 2,3 Prozent.

Fraport: Die Aktien des Flughafenbetreibers geben um 2,3 Prozent nach. Die Analysten von Berenberg stuften Fraport von „kaufen“ auf „halten“ ab. Die Umstrukturierung der Frankfurter sei eingepreist und das Passagieraufkommen wegen des hohen Anteils an Geschäftsreisenden und des Interkontinentalverkehrs anfällig für Corona-bedingte Einbußen.

Nordex: Der Windturbinenbauer hat erneut in Brasilien einen Großauftrag an Land gezogen. Nordex wird 70 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 399 Megawatt (MW) für einen Windpark im Nordosten des Landes liefern. Die Aktien des Windturbinenbauers verlieren dennoch 0,9 Prozent, nachdem die Titel auf Monatssicht knapp zehn Prozent gewonnen hatten.

K+S: Anleger greifen bei K+S zu. Die Aktien des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers verteuern sich um 3,8 Prozent auf 11,48 Euro. Analysten von Kepler Cheuvreux haben das Kursziel auf 22 Euro von zuvor 13 Euro hochgesetzt.

Shop-Apotheke: Einem Bericht des Branchenmagazins „Apotheke Adhoc“ zufolge ist es noch offen, wann die erste Apotheke ein E-Rezept bedient. Nach der offiziellen Einführung des E-Rezepts an diesem Donnerstag werde es zunächst noch „Techniktests“ geben. Titel von Shop Apotheke verlieren mehr als vier Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Der Dax hat am Dienstag den Widerstandsbereich zwischen 15.668 und 15.703 Punkten durchbrochen. Ausgehend vom Tageshoch bei 15.753 Zählern drückten Gewinnmitnahmen aber den Kurs auf 15.691 Punkte.

Nach unten ist kurzfristig die Zone von 15.619 bis 15.627 Punkten wichtig. Solange diese nicht nachhaltig unterschritten werde, seien optimistisch eingestellte Anleger im Vorteil, erklärt der freie Charttechniker Ralf Fayad. „Als primäres Kursziel fungiert das Rekordhoch bei 15.803 Punkten.“

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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