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US-Zölle„Wäre sehr unklug“ – Bessent warnt EU vor Gegenzöllen

Live-BlogTrump verbindet Grönland-Anspruch mit verweigertem Nobelpreis +++ Merz: US-Bürger werden Zölle selbst bezahlen +++ Klingbeil kontert Trump – „Lassen uns nicht erpressen“ +++ Der Newsblog. 19.01.2026 - 17:19 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Scott Bessent in Davos: Der Zoll-Konflikt ist das bestimmende Thema beim Weltwirtschaftsforum. Foto: Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa
19.01.2026 – 13:11 Uhr Timm Seckel

Zölle, Trump, Davos – Hier finden Sie alles zu den wichtigsten Themen der Woche


Das Handelsblatt bildet alle aktuellen Entwicklungen rund um die Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage ab. Weil aktuell auch das World Economic Forum in Davos läuft und dort Aktuelles dazu auf der Agenda steht, gibt es mehrere Handelsblatt-Newsblogs. Damit Sie keine wichtige Meldung verpassen, ist hier der Überblick:

19.01.2026 – 16:19 Uhr Patricia Hoffhaus

Trump äußert sich nicht zu möglicher Gewaltanwendung bei Grönland

US-Präsident Donald Trump hat sich nicht dazu äußern wollen, ob er zur Übernahme Grönlands militärische Gewalt einsetzen würde. Auf die Frage, ob er Gewalt anwenden würde, um die zu Dänemark gehörende Insel in Besitz zu nehmen, antwortete Trump in einem kurzen Telefoninterview mit dem Sender NBC News: „Kein Kommentar“. Dies berichtete der Sender am Montag.
19.01.2026 – 16:05 Uhr Leonidas Exuzidis

Bessents Warnung: Gegenzölle wären „sehr unklug“

Eine Warnung im Schnee von Davos: US-Finanzminister Scott Bessent hat die EU mit klaren Worten vor möglichen Gegenzöllen gewarnt. Eine solche Maßnahme wäre „sehr unklug“, sagte Bessent am Montagnachmittag vor der Davoser Kirche vor Journalisten im Rahmen einer kurzen Fragerunde. „Wenn es um Donald Trump geht, muss man ihm jedes Wort glauben – auch in Bezug auf Grönland“, fügte Bessent hinzu.
Scott Bessent äußert sich vor Journalisten. Annett Meiritz
19.01.2026 – 15:27 Uhr Patricia Hoffhaus

EU: Zusatzzölle auf US-Waren könnten am 7. Februar kommen

Die EU ist nach eigenen Angaben für den Fall gewappnet, dass der Grönland-Streit mit den USA zu einem neuen Zollkonflikt führt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte in Brüssel, dass theoretisch bereits am 7. Februar EU-Sonderzölle auf Wareneinfuhren im Wert von 93 Milliarden Euro fällig werden könnten. Diese Abgaben seien im Zuge des Zollkonflikts im vergangenen Jahr vorbereitet worden und würden automatisch in Kraft treten, wenn die derzeit nur bis zum 6. Februar beschlossene Aussetzung nicht verlängert werde.
Betroffen von den EU-Ausgleichszöllen wäre eine lange Liste mit Industrie- und Agrarprodukten wie zum Beispiel Flugzeugen, Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten. AP
19.01.2026 – 14:46 Uhr Patricia Hoffhaus

Brüssel erwägt Gegenmaßnahmen bei US-Sonderzöllen – „Nichts ist vom Tisch“

Die EU-Kommission behält sich Gegenzölle gegen die USA offen. „Nichts ist vom Tisch“, sagte Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis am Montag in Brüssel vor Beratungen der europäischen Finanzminister. Die EU habe potenzielle Gegenmaßnahmen in der Schublade, sollte US-Präsident Donald Trump tatsächlich neue Zölle gegen die EU einführen. Zur genauen Antwort der EU gebe es derzeit intensive Beratungen.
19.01.2026 – 14:21 Uhr Patricia Hoffhaus

US-Strafzoll-Pläne: EU warnt Trump vor Bürokratie-Wahnsinn

Die von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt angekündigten Strafzoll-Pläne gegen Deutschland und ausgewählte andere Staaten werden nach Einschätzung der EU nur sehr schwer umzusetzen sein. Weil die EU als Binnenmarkt funktioniere, müsse für dort hergestellte Waren nach EU-Vorschriften in der Regel nur die EU als Ursprung angegeben werden, sagte ein Sprecher in Brüssel. 

Viele Waren stammten aber faktisch aus verschiedenen Teilen der EU, weil sie über integrierte, grenzüberschreitende Lieferketten hergestellt würden, an denen mehrere Mitgliedstaaten beteiligt sind. „Das bedeutet, dass es aus Zollperspektive und aus operativer Sicht praktisch sehr schwierig ist, Waren eindeutig ausschließlich einem einzelnen Mitgliedstaat zuzuordnen“. Technisch sei dies möglich, es sei jedoch „enorm bürokratisch und verfahrensmäßig komplex, und es würde zusätzliche Ebenen von Komplexität schaffen“. 
19.01.2026 – 13:45 Uhr Patricia Hoffhaus

Merz erwartet Treffen mit Trump am Mittwoch

Im Streit um Grönland will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos direkt mit US-Präsident Donald Trump sprechen. „Ich will es nicht, aber wenn es nötig ist, dann werden wir natürlich auch unsere europäischen Interessen, auch unsere deutschen nationalen Interessen schützen“, sagte Merz. Es werde sicherlich eine Gelegenheit für ein Treffen geben.
Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump (Archivbild).  AFP
19.01.2026 – 13:43 Uhr Patricia Hoffhaus

Regierungssprecher: Nato „in keiner Weise“ gefährdet

Die Nato ist nach Auffassung der Bundesregierung durch die Grönland-Drohungen von US-Präsident Donald Trump aktuell nicht gefährdet. „Die territoriale Integrität ist eine nationale Frage, die das Bündnisthema noch lange nicht betrifft“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius vor Journalisten in Berlin. Er sehe nicht, dass die Nato von den USA in Frage gestellt werde. „Die Nato ist ein starkes Bündnis. Sie ist in keiner Weise gefährdet. Ich sehe kein Mitgliedsland, das die Nato infrage stellt.“
Dänische Soldaten in Grönland.  AFP
19.01.2026 – 13:40 Uhr Patricia Hoffhaus

Merz: USA haben selbst ihre Truppen auf Grönland reduziert

Im Streit um den US-Anspruch auf die dänische Insel Grönland hat Kanzler Friedrich Merz darauf verwiesen, dass die USA selbst die Zahl ihrer Soldaten auf der arktischen Insel drastisch reduziert haben. „Derzeit sind es 200“, sagt der CDU-Vorsitzende in Berlin. 

Mit Blick auf die Äußerung von US-Präsident Donald Trump fügt Merz hinzu, dass „offensichtlich die Bedrohungsanalyse auch der Vereinigten Staaten selbst nicht so dramatisch (ist), wie sie im Augenblick vorgetragen wird“. Dies bedeute nicht, dass sich die Sicherheitslage Grönlands nicht verschlechtern könne. 
19.01.2026 – 13:27 Uhr Patricia Hoffhaus

EU-Sondergipfel zu Grönland findet am Donnerstagabend statt

Der EU-Sondergipfel zur Eskalation des Grönland-Konflikts mit den USA wird an diesem Donnerstagabend in Brüssel stattfinden. Das teilte eine Sprecherin von EU-Ratspräsident António Costa mit.

Bei dem Krisentreffen wollen Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen Staats- und Regierungschefs darüber beraten, wie die EU am besten auf die jüngsten Zolldrohungen von Trump reagiert. 
EU-Ratspräsident António Costa. Reuters
19.01.2026 – 13:25 Uhr Patricia Hoffhaus

Chemieverband warnt vor Zollspirale

Die deutsche Chemieindustrie warnt angesichts der von den USA angedrohten neuen Zölle im Streit um Grönland vor einer neuen Zollspirale. Eine solche Eskalation würde hohe wirtschaftliche Kosten verursachen und die Unsicherheit für die Branche erhöhen, was Investitionsentscheidungen erschwere. Mit der Androhung sei ein neuer Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen erreicht, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup. Europas Antwort könne nur Einigkeit heißen. Die EU müsse vorsorglich ein schlüssiges Maßnahmenpaket vorbereiten.
19.01.2026 – 15:46 Uhr Patricia Hoffhaus
19.01.2026 – 13:20 Uhr Patricia Hoffhaus

Dänemark sagt im Streit wegen Grönland offenbar Teilnahme in Davos ab

Dänemark sagt einem Bloomberg-Bericht zufolge angesichts des Streits mit den USA um Grönland die Teilnahme am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ab. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf das WEF: „Wir können bestätigen, dass die dänische Regierung diese Woche nicht in Davos vertreten sein wird.“ Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere dagegen wird seinem Büro zufolge zum Weltwirtschaftsforum reisen.
19.01.2026 – 09:49 Uhr Lukas Bay

Trump verbindet Grönland-Anspruch mit verweigertem Nobelpreis

US-Präsident Donald Trump hat in einem Schreiben an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre seine Ansprüche auf Grönland mit der Tatsache in Verbindung gebracht, dass er nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

„Da Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen, obwohl ich acht Kriege PLUS beendet habe, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken“, schreibt Trump in dem Brief, der Bloomberg vorliegt. Auch wenn dies immer im Vordergrund stehe, „kann ich nun darüber nachdenken, was für die Vereinigten Staaten von Amerika gut und richtig ist.“ Der Friedensnobelpreis wird nicht von der norwegischen Regierung vergeben, sondern von einem unabhängigen Komitee. Norwegen ist nicht Teil der EU, sondern nur der Nato. Trump will das Land sowie sieben weitere europäische Staaten wegen des Grönland-Streits mit Zöllen belegen.
Die Welt ist nicht sicher, solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben
Donald Trump
19.01.2026 – 13:00 Uhr Timm Seckel

Merz hält Verhandlungen mit Trump für erfolgversprechend

Merz zeigte sich zuversichtlich, mit Trump über die angedrohten Zölle verhandeln zu können. Es sei die Strategie des US-Präsidenten, Zölle anzudrohen und teilweise auch in Kraft zu setzen. Dennoch zeige die jüngste Historie, dass es oft möglich sei, sich mit dem US-Präsidenten auf einen Kompromiss zu einigen.

Die Pressekonferenz ist nun beendet.
19.01.2026 – 12:51 Uhr Timm Seckel

Merz: Will keine Zölle, doch sie könnten das letzte Mittel sein

„Wir sind uns einig, dass wir jede Eskalation vermeiden wollen“, sagte Merz mit Blick auf eine europäische Reaktion auf die Zoll-Ankündigung Donald Trumps. Er werde sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche selbst mit Trump treffen. 

„Washington weiß, dass wir reagieren können. Ich will es nicht. Aber wenn es nötig wird, werden wir europäische und deutsche Interessen schützen“, warnte Merz. Er bevorzuge Lösungen, die einen offenen, unbelasteten transatlantischen Handel förderten und Grönland als europäisches Nato-Territorium sicherten.
19.01.2026 – 12:34 Uhr Timm Seckel

Kanzler Merz warnt US-Regierung vor Zoll-Kosten

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Montag bei einer Pressekonferenz, er teile die Ansicht der US-Regierung, dass es mehr militärisches Engagement auf Grönland brauche. Weitere Zoll-Androhungen, wie nun von US-Präsident Donald Trump, seien aber abzulehnen. „Zölle werden von denen bezahlt, in deren Länder die Importe gehen“, warnte Merz die US-Amerikaner. Man werde besonnen und angemessen reagieren. Eine starke Nato und ein einiges Europa blieben die übergeordneten Ziele. 

„Wir wollen uns als Land und als Kontinent behaupten“, fügte Merz hinzu. Man wolle die Verantwortung Deutschlands wahrnehmen und für Europa vorangehen.
19.01.2026 – 12:28 Uhr Timm Seckel

Verfolgen Sie die Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz hier live:

19.01.2026 – 12:47 Uhr Lydia Wolter

Dänemark schickt mehr Kampfsoldaten nach Grönland

Dänemark schickt eine größere Anzahl an Kampfsoldaten nach Grönland. Das berichtete der Fernsehsender TV2 unter Berufung auf das dänische Verteidigungsministerium. Die genaue Anzahl der Soldaten war demnach nicht bekannt, es solle sich jedoch um einen „wesentlichen Beitrag“ handeln. 

Sie sollen TV2 zufolge noch am Montag in Kangerlussuaq, etwa 300 Kilometer nördlich von der grönländischen Hauptstadt Nuuk, ankommen. Begleitet werden sie demnach von dem dänischen Heereschef Peter Boysen.
19.01.2026 – 12:28 Uhr Lydia Wolter

Dänemark vor Treffen: Nato muss in der Arktis „mehr tun“

Dänemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen fordert die Nato dazu auf, in der Arktis mehr zu tun. In einer Mitteilung des dänischen Verteidigungsministeriums kündigte Lund Poulsen an, dass er und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt das mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte besprechen wollen. Mitten im eskalierenden Streit um Grönland zwischen den Europäern und den USA kommen die beiden Minister am Montag zu Gesprächen ins Nato-Hauptquartier nach Brüssel.

Nachdem Dänemark und Grönland zusammen mit einigen Verbündeten beschlossen hatten, die militärische Präsenz in der Arktis und im Nordatlantik zu erhöhen, haben die Länder „breite Unterstützung“ dafür erfahren, „dass die Nato in der Arktis mehr tun sollte“, hieß es von Lund Poulsen in der Mitteilung. 

Die für Äußeres zuständige grönländische Ministerin Motzfeldt sagte demnach: „Grönland befindet sich in einer außergewöhnlichen Situation, die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zieht. Die Lage erfordert, dass wir die Zusammenarbeit in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen in der Arktis im Kreis der Nato stärken.“
19.01.2026 – 12:10 Uhr Lydia Wolter

Verteidigungsministerium: Erkundungsteam planmäßig abgereist

Die Ergebnisse der Erkundung für Übungen der Bundeswehr auf Grönland werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums nun aufgearbeitet. „Die Erkundung ist planmäßig beendet worden am Wochenende und das Team ist planmäßig auch zurückgereist“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Das Erkundungsteam werde über die Bedingungen vor Ort berichten. Es gehe um Hafenerkundung, logistische Möglichkeiten, Tankkapazitäten und die auch Fragen wie die Enteisung von Luftfahrzeugen. Daraus werde operativer Ratschlag erarbeitet, der Grundlage sei für die weiteren militärischen und politischen Abstimmungen.

Die 15 Soldaten hatten die Arktisinsel am Sonntag mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen verlassen und sollten am Montag in Deutschland eintreffen. 
Soldaten der Bundeswehr verlassen das Flugzeug nach der Landung in Nuuk.  dpa
19.01.2026 – 11:56 Uhr Lukas Bay

EU will im Grönland-Konflikt vorerst auf Dialog setzen

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen will im Grönland-Konflikt mit den USA vorerst auf Dialog setzen. „Aus den Konsultationen unter den EU-Staats- und Regierungschefs, einschließlich Präsidentin von der Leyen, geht klar hervor, dass die Priorität darin besteht, den Dialog zu suchen, nicht zu eskalieren, und die Verhängung von Zöllen zu vermeiden“, sagte ein Sprecher in Brüssel. Grund sei, dass die Verhängung weiterer Zölle letztlich Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks schädigen würde. 

Wie der Dialog mit den USA organisiert werden soll, sagte der Sprecher nicht. Ein Treffen zwischen von der Leyen und US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos war nach seinen Angaben zunächst nicht geplant.
19.01.2026 – 10:41 Uhr Lydia Wolter

Ifo-Chef Fuest: EU zweigleisige Strategie gegen Trumps Zolldrohung

Ifo-Präsident Clemens Fuest rät Deutschland und der EU im neu entfachten Zollkonflikt mit den USA zu einer zweigleisigen Strategie. „Erstens Gegenmaßnahmen ankündigen, falls die USA die Zölle wirklich einführen“, sagte der Chef des Münchner Instituts am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. 

„Zweitens aber Verhandlungen vorschlagen.“ Darin könne man klarmachen, dass die Übernahme von Grönland durch die USA keine Option sei. Zugleich könne angeregt werden, gemeinsam im Rahmen der Nato eine bessere Absicherung Grönlands zu organisieren.
19.01.2026 – 10:13 Uhr Lukas Bay

Starmer: Zolldrohungen Trumps sind „komplett falsch“

Der britische Premierminister Keir Starmer hat die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump im Streit um die von Washington erhobenen Ansprüche auf Grönland scharf kritisiert. Die Strafzölle, die Trump europäischen Ländern wegen ihres Widerstands gegen das Vorhaben angedroht hat, seien „komplett falsch“, erklärte Starmer am Montag bei einer Pressekonferenz in London. Ein Handelskrieg liege in niemandes Interesse. Großbritannien unterstütze das grundlegende Recht Grönlands und Dänemarks, über die Zukunft der Arktisinsel zu entscheiden.

Starmer, der sich seit dem Amtsantritt Trumps intensiv um gute Kontakte zu dem Republikaner bemüht hat, erklärte, die Beziehung beider Länder sei stark. „Wir sind entschlossen, diese Beziehung stark, konstruktiv und ergebnisorientiert zu halten.“ Dies bedeute jedoch nicht, so zu tun, als gebe es keine Differenzen. „Pragmatisch zu sein, bedeutet nicht, passiv zu sein, und Partnerschaft bedeutet nicht, Prinzipien aufzugeben.“
Keir Starmer: Der britische Premier richtet deutliche Worte an Donald Trump. Reuters
19.01.2026 – 09:20 Uhr Lukas Bay

Frankreich will G7-Finanzministertreffen einberufen

Frankreichs Finanzminister Roland Lescure will als Reaktion auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland ein Treffen mit seinen G7-Amtskollegen einberufen. Es solle „in den kommenden Tagen“ stattfinden, um über Handel und Souveränität zu beraten, sagt Lescure bei einem Treffen mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in Berlin.
19.01.2026 – 08:45 Uhr Lydia Wolter

SPD-Europapolitiker Lange: EU fähig zu harter Antwort auf Trump

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, ist optimistisch, dass die Europäische Union im neuen Zollstreit mit den USA eine harte Haltung zeigen kann. Bisher habe es zwar Länder und Politiker gegeben, die sich „durchmogeln“ wollten, weil sie nicht so betroffen gewesen seien, sagt der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. „Das ist vorbei, weil wir jetzt sehen, dass es in den USA völlig unkalkulierbar ist und jeden treffen kann“, fügt er hinzu. 

Zudem brauche man für eine Entscheidung nur eine qualifizierte Mehrheit und keine Einstimmigkeit. Er verweist darauf, dass auch das EU-Parlament diese Woche über das Instrument zur Abwehr wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen (ACI) beraten werde, mit dem man auf die USA antworten könnte. 

Lange warnt, dass es europäische Souveränität aber nicht „zum Nulltarif“ geben werde. „Deswegen müssen wir auch damit rechnen, dass es kurzfristig wirtschaftliche Konsequenzen gibt“, sagt er mit Blick auf mögliche weitere US-Zölle.

HB
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