Musterdepots: Dynamik-Depot: Börsenjahr 2024: Der Januar wird ruppig!
Düsseldorf. Wir blicken auf ein spannendes Börsenjahr 2023 zurück. Der Dezember knüpfte an den Trend der letzten Wochen an und ist bisweilen durch einen weiter steigenden Aktienmarkt gekennzeichnet. Zahlreiche wichtige Leitindizes weisen historisch betrachtet eine beachtliche Wertentwicklung auf.
Trotz geopolitischer Risikofaktoren wie Russlands Krieg gegen die Ukraine und des Israel-Konflikts hat ausschließlich die Zentralbankpolitik im letzten Quartal des Jahres die Richtung an den Kapitalmärkten vorgegeben. Die Kapitalmarktteilnehmer haben in den letzten Wochen eine erhebliche Zinssenkungs-Fantasie eingepreist, die zu neuen Allzeit-Höchstständen beim Dax-Index und weiteren Indizes geführt hat.
Den Grundstein für die euphorische Stimmung an den Börsen legte in der vergangenen Woche der Präsident der Federal Reserve, Jerome Powell, indem er eine kommunikative Kehrtwende vollzog und die Diskussion über Zinssenkungen zum ersten Mal offiziell bestätigte. Dies wurde vom Markt überschwänglich gefeiert, wodurch die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen die Vierprozentmarke nach unten durchbrochen haben. Der technologielastige Nasdaq und der Dow Jones reagierten mit einem neuen Allzeithoch.
Emotionen und Gier geben die Richtung vor
Die Euphorie am Kapitalmarkt ist im vollen Gange, und das erste Mal seit der Rally im Nachgang des Covid-19-Crashs ist das Phänomen FOMO („Fear of missing out“) wieder präsent: die Angst der Anleger, die nächste Hausse zu verpassen. Dies kennzeichnet sich zum einen durch die Indikation „Extreme Greed“, zu Deutsch extreme Gier, im Rahmen des Fear-and-Greed-Indizes. Zum anderen aber auch durch Rekordzuflüsse in ETFs, die zum Beispiel den S&P-500-Index abbilden.
In Anbetracht der aktuellen Marktlage werde ich mit meiner derzeit defensiven Portfolioausrichtung in das nächste Jahr starten. Kapitalmarktphasen, die durch starke Emotionen wie Angst und Gier getrieben werden, sollten mit Vorsicht behandelt werden. Zudem weisen zahlreiche technische Indikatoren auf einen stark überkauften Markt hin.
Deshalb warte ich auf eine neue Einstiegsmöglichkeit mit günstigeren Kursen. Die Kerninflation erweist sich als hartnäckig, der Arbeitsmarkt ist stärker als gedacht, und die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen haben sich erheblich gelockert. Diese Entwicklung steht grundsätzlich konträr zu den Zielen der Federal Reserve.
Die Musik spielt zwar noch, aber das Dynamik-Depot hat die Tanzfläche mittlerweile verlassen. Ich habe zwar erneut Aktien des US-amerikanischen Pharma- und Biotechnologiekonzerns Pfizer zu einem sehr attraktiven Preis nachgekauft. Insgesamt habe ich das Aktiengewicht jedoch reduziert, indem ich die Aktien von Apple am Allzeithoch verkauft habe.
Zusätzlich habe ich den kompletten Bestand in Alphabet und Anteile am S&P-500-ETF verkauft sowie den ETF auf den Stoxx-600-Index reduziert. Parallel dazu habe ich im Rentensegment durch die Verkäufe der lang laufenden Renten-ETFs die Duration schrittweise reduziert.
Börsenjahr 2024: Chancen und Risiken
Aufgrund des vertikalen Anstiegs bei Aktien, Renten und Gold in den vergangenen Wochen wird der Januar aus meiner Sicht zur Risikoseite geneigt sein. Die Erwartungen sind hoch und Enttäuschungen wahrscheinlich, die wiederum zu Kurskorrekturen führen werden. Eine neue Einstiegschance für aktive Investoren oder für Kapitalmarktteilnehmer, die die Jahresend-Rally nicht komplett mitgemacht haben.
Ich gehe für das erste Halbjahr 2024 in meinem Hauptszenario von einem freundlichen Kapitalmarktumfeld und steigenden Börsen aus. Der Grund dafür lautet: Liquidität! Die Renditen für lang laufende Staatsanleihen werden im Verlauf der ersten sechs Monate im neuen Jahr fallen und dem Aktienmarkt und Gold dadurch Auftrieb geben. Ich erwarte in dieser Phase neue Allzeit-Höchststände im S&P 500 und bei Gold.
Die Renditen werden meiner Meinung nach Richtung 1,5 Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen und 3,25 Prozent bei US-Staatsanleihen fallen. Allerdings wird auch das Jahr 2024 keine Einbahnstraße an den Märkten sein, und das zweite Halbjahr bietet auf vielen Ebenen Überraschungspotenzial.