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Schufa Bonitätsauskunft

Schufa-Auskunft online sofort und kostenlos beantragen – darauf sollten Sie achten wenn der Vermieter oder die Bank nach der Schufa fragt.

(Foto: dpa)

Kostenlose Schufa-Auskunft So stellen Sie online einen Antrag auf Selbstauskunft

Ob neuer Vermieter oder die Bank: Sie fordern oft eine Schufa-Auskunft. Was viele nicht wissen: Die Schufa muss die Auskunft kostenlos erteilen – mit diesen Kniffen.
20.04.2021 - 11:41 Uhr 1 Kommentar

Düsseldorf Auch wenn Werbung und Links oft etwas anderes suggerieren und um die 30 Euro für die Bonitätsprüfung verlangen: Die Schufa-Auskunft gibt es auch kostenlos. Diese Version nennt sich Schufa-Selbstauskunft oder auch Datenauskunft.

Seit Inkrafttreten der DSGVO hat jeder Bürger und jede Bürgerin der EU das Recht, Daten, die Unternehmen über die eigene Person speichern, einzusehen. Beschrieben ist das im Artikel 15 der DSGVO unter dem sogenannten Auskunftsrecht von Personen. Folglich ist auch die Schufa verpflichtet, auf Anfrage eine kostenlose Auskunft zu gewährleisten.

Wir erklären Ihnen, wie Sie sofort online eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragen können, wieso die Schufa in der Kritik steht und was bei einem negativen Score zu tun ist.

Schufa-Auskunft sofort & kostenlos beantragen – das sollten Sie wissen:

Wer ist die Schufa Holding AG?

Schufa ist die Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Als Wirtschaftsauskunftei verfolgt die Schufa den Unternehmenszweck der Informationsvermittlung durch Bonitätsnachweise von Vertragspartnern. Will ein Verbraucher einen Kredit abschließen, ein Auto oder ein Handy kaufen oder eine Wohnung mieten, machen Banken, Einzelhändler oder Vermieter in der Regel einen Bonitätscheck bei der Auskunftei.

Was ist eine Schufa-Auskunft?

Die Schufa ist ein privates Unternehmen, das persönliche Daten und Informationen über die Zahlungsfähigkeit einer Person enthält. Wollen Sie als Kunde ein Geschäft abwickeln, benötigt Ihr Transaktionspartner eine Auskunft über Ihre Zahlungsfähigkeit. Dies betrifft nicht nur traditionell Banken oder Vermieter – auch zum Beispiel Online-Shops interessieren sich für das Zahlungsverhalten ihrer Kunden.

Wie berechnet die Schufa meine Zahlungsfähigkeit?

Die Zahlungsfähigkeit wird von der Schufa anhand eines Scoring-Verfahrens ermittelt. Mittels des Scorings soll die Frage beantwortet werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen künftig nachkommt. 

Diese Erfüllungswahrscheinlichkeit berechnet die Schufa anhand der über eine Person gespeicherten Informationen, die in der Schufa-Auskunft einsehbar sind, etwa ob die Finanzierung des Autos oder eines teuren Fernsehers regelmäßig beglichen wird. Treten Zahlungsverzüge ein, oder wird ein Inkasso-Unternehmen tätig, gibt es etwa einen Schufa-Eintrag.

Ergebnis der Berechnungen ist der Bonitätsscore, der die Kreditwürdigkeit einer Person in Prozent darstellt. Das genaue Berechnungsverfahren ist allerdings ein Geschäftsgeheimnis der Auskunftei.

Wieso steht die Schufa in der Kritik?

Das Scoring-System der Schufa steht vor allem bei Verbraucher- und Datenschützern in der Kritik. Das System sei intransparent und entscheide im schlimmsten Fall über private Lebensbereiche wie Wohnung oder Verfügbarkeit von Geld.

Die Schufa konkretisiert: „Banken sind wie viele andere Unternehmen aus der kreditgebenden Wirtschaft in aller Regel Vertragspartner und können als solche die benötigten Auskünfte selbst direkt bei der Schufa abfragen.“ Die Entscheidung für oder gegen einen Kredit basiere jedoch nicht allein auf diesen Angaben. Letztlich entscheide immer das Unternehmen oder Bankinstitut selbst, nach welchen Kriterien beispielsweise ein Kredit vergeben wird.

Gert Wagner ist Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen und berät das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Er sagte dem Handelsblatt zur Kritik an der Schufa: „Um ihre Akzeptanz zu erhöhen, muss die Schufa konsequent transparent sein.“ Derzeit wüssten Verbraucher nicht, wie bestimmte Scores zustande kämen. Daher bestehen Zweifel, ob sie fair behandelt werden.

„Die Schufa ist selbst schuld, wenn man ihr misstraut“, bringt der emeritierte Volkswirtschaftsprofessor seine Meinung auf den Punkt. Es müsse möglich sein, Verbrauchern alle Merkmale, auf deren Basis sie gescort werden, sowie deren Gewichtung auf nachvollziehbare Weise offenzulegen – ohne Ausnahmen.

Doch das geschieht derzeit nicht. Die Schufa kann ihren Algorithmus zur Berechnung der Kreditwürdigkeit von Kunden für sich behalten, das hat der Bundesgerichtshof beschlossen. Das Unternehmen selbst verweist darauf, dass die zuständige Aufsicht, der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, vollständige Kenntnis über die verwendeten Scoreverfahren, inklusive der verwendeten Daten und Variablen, vorliegen hat. Für Kunden ist das Verfahren nicht komplett einsehbar.

Laut Schufa gebe es dafür „gute Gründe“ wie etwa die mögliche Manipulation der Kreditwürdigkeit, sie verweist auf eine Studie, wo ein Zusammenhang zwischen öffentlich bekannten Scoreverfahren und der US-Immobilienkrise bestehe. Diese Studie zeigt vor allem die Schwächen des US-Scoring-Systems und -Kreditmarkts auf, die sich stark vom deutschen Markt unterscheiden.

Zudem ist heute klar: Die Immobilien- und Finanzkrise in den USA ist vor allem durch die Entscheidungen von Finanzinstituten und Banken entstanden, die viele Milliarden Dollar an Kreditnehmer mit zweifelhafter Bonität verliehen haben. Es handelte sich hierbei um zweitklassige Hypothekendarlehen, sogenannte Subprime Loans. Sie waren teurer als herkömmliche Darlehen. Im Gegenzug wurde großzügig darüber hinweggesehen, wenn Schuldner über wenig oder gar keine Sicherheiten verfügten.

Was kann ich bei einem schlechten Schufa-Score tun?

Die Verbraucherzentrale rät, einmal pro Jahr das Scoring mittels kostenloser Auskunft zu überprüfen und notfalls korrigieren zu lassen. Einen Musterbrief der Verbraucherzentrale als PDF finden Sie hier.

Des Weiteren rät die Verbraucherzentrale: „Die Datenübersicht, die Ihnen ausgestellt wird, sollte alle in den letzten zwölf Monaten von Unternehmen abgefragten Werte beinhalten.“ Auch können Verbraucher bei der Schufa die Scoreübermittlung zu ihrer Person untersagen. Ob dieser Antrag negative Auswirkungen auf eine spätere Kreditentscheidung hat, ist offen.

Bis zum Jahr 2001 hat sogar das Einholen der Eigenauskunft zu einem negativen Scoring geführt. Nach massiven Protesten stellte die Schufa diese Praxis ein.

Welche Informationen enthält eine Schufa-Auskunft?

Jede Schufa-Auskunft enthält zunächst demografische Daten wie Name, aktuelle sowie frühere Adressen oder das Geburtsdatum der betreffenden Person. Daneben werden beispielsweise Ratenkredite, Mobilfunkverträge oder Girokonten aufgeführt. 

Als gefürchtet gelten die „Daten zum nicht vertragsgemäßem Verhalten“. Darunter fallen beispielsweise ein von der Bank gekündigter Ratenkredit aufgrund unpünktlicher Zahlungen. Solche Daten gelten als Negativeinträge, die den Bonitätsscore verschlechtern. Grundsätzlich gilt jedoch: Schufa-Einträge können sowohl Negativeinträge als auch Positiveinträge enthalten. Ob oder wie viele Negativeinträge eine Person hat, ist individuell unterschiedlich.

Folgende Kategorien personenbezogener Daten verarbeitet die Schufa laut eigenen Angaben:

  • Personendaten, z. B. Name (ggf. auch vorherige Namen, über die auf gesonderten Antrag Auskunft gegeben wird), Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift, frühere Anschriften

  • Informationen über die Aufnahme und vertragsgemäße Durchführung eines Geschäftes (z. B. Girokonten, Ratenkredite, Kreditkarten, Pfändungsschutzkonten, Basiskonten)

  • Informationen über unbestrittene, fällige und mehrfach angemahnte oder titulierte Forderungen sowie deren Erledigung

  • Informationen zu missbräuchlichem oder sonstigem betrügerischem Verhalten wie Identitäts- oder Bonitätstäuschungen

  • Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen

  • Scorewerte

Wie beantrage ich 2021 eine Schufa-Auskunft online?

Damit Sie eine kostenlose Schufa-Auskunft erhalten, müssen Sie auf der Webseite der Schufa ein Bestellformular ausfüllen. Dieses finden Sie, indem Sie auf meineSCHUFA.de auf den Reiter „Produkte“ klicken. Scrollen Sie anschließend auf der Seite bis nach ganz unten und wählen Sie die Option „Datenkopie“ aus. Auf der nachfolgenden Seite haben Sie nun die Möglichkeit, das Formular sofort online auszufüllen.
Hier gelangen Sie direkt zum Formular für die Datenkopie.

Was ist der Unterschied zwischen einer kostenlosen Schufa-Selbstauskunft und der Schufa-Bonitätsauskunft?

Sie selbst können entweder die Schufa-Selbstauskunft, die mit der Datenkopie gleichzusetzen ist, beantragen oder die Schufa-Bonitätsauskunft.

Schufa-Selbstauskunft/ Datenkopie
Die kostenlose Selbstauskunft enthält neben den Informationen der über Ihre Person gespeicherten Daten auch Informationen darüber, zu welchem Zweck Ihre Daten gespeichert werden und welche Parteien Zugriff auf Ihre Daten angefordert haben. Daneben können Sie auch Ihren Bonitätsscore einsehen, der das von der Schufa berechnete Zahlungsausfallrisiko darstellt. Sollten Sie das Dokument an Dritte weitergeben wollen, können Sie sensible Informationen auch schwärzen.

Schufa-Bonitätsauskunft
Die Bonitätsauskunft ist anders als die Selbstauskunft kostenpflichtig. Die Kosten belaufen sich 2021 auf einmalig 29,95 Euro. Sie enthält sowohl ein Dokument zur Weitergabe an Drittparteien als auch ein Dokument zur Eigenauskunft. 

Das Dokument zur Weitergabe an Drittparteien, wie zum Beispiel an den Vermieter, enthält ausführliche Informationen zu Ihrer Bonität und liegt in Form eines Original-Zertifikats der Schufa vor. Das zweite, für Sie bestimmte Dokument gibt Ihnen ebenfalls eine Auskunft über den Bonitätsscore sowie die über Sie gespeicherten Daten – hier gelangen Sie direkt zum Bestellformular der Schufa-Bonitätsauskunft.

Hinsichtlich des Informationsgehalts bestehen zwischen der kostenpflichtigen Bonitätsauskunft und der kostenlosen Selbstauskunft nur marginale Unterschiede. Die Schufa-Bonitätsauskunft ist dann zu bevorzugen, wenn Sie Ihre Kreditwürdigkeit bei Dritten nachweisen müssen. Für die eigene Auskunft reicht in der Regel die kostenlose Schufa-Auskunft.

Wie lange dauert es, bis ich die Schufa-online-Auskunft erhalte?

Die Bearbeitung eines Antrags dauert nach Eingang bei der Schufa in der Regel 14 Tage. Ob kostenlose oder kostenpflichtige Auskunft ist dabei für die Bearbeitungsdauer unerheblich.

Weitere häufig gestellte Fragen, wie beispielsweise zum Thema Verbraucherinsolvenz, beantwortet die Schufa auf ihrer FAQ-Seite für Privatpersonen.

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1 Kommentar zu "Kostenlose Schufa-Auskunft: So stellen Sie online einen Antrag auf Selbstauskunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn die Auskunft denn etwas nützen würde. Als ich vor geraumer Zeit eine solche Auskunft erbat, stand darin, ich stünde in einem Verzeichnis. Und als ich wissen wollte, welches Verzeichnis das denn sei, behauptete die Schufa, das könne sie mir "aus Datenschutz-Gründen" nicht sagen ...

    Das mag ja nett gemeint sein, daß die Schufa mich vor meinen Daten schützt. Aber die Sache ging weiter. Ein Schufa-Telefondienstleister (oder wie so eine Person heißt) fragte mich dann, für was ich die Auskunft brauche. Und als ich ihm sagte, sie sei für eine Bank, sagte er mir, das sei unproblematisch: ich müsse nur jeden Monat einen Beitrag für die Schufa zahlen. Die Höhe startete, glaube ich, mit um die 60 € und sank dann auf 30 €. Ich zahlte auch die nicht, und erhielt deshalb wohl eine schlechte Schufa-Auskunft.

    Mich ärgerte das und stellte Strafanzeige. Aber das Gericht schrieb mir nach einiger Zeit, der Mitarbeiter würde leugnen, daß er regelmäßige Zahlungen verlangt hatte.

    Nun ja, ich brauchte die Auskunft nicht wirklich und beließ es dabei. Aber was tut jemand, der eine positive Auskunft wirklich benötigt?

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