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ProvisionskarussellAnlagebetrug rund um Infinus wird zum Mega-Skandal

Der Fall Infinus hält die Ermittler auf Trab. Nach Razzien und Inhaftierungen werden allmählich die Hintergründe des Skandals bekannt. Dabei geht es auch um Provisionen bei Lebensversicherungen. Ein Insider packt aus.dpa und Massimo Bognanni 13.11.2013 - 13:23 Uhr Artikel anhören

Der nächste Anlageskandal: Rund 25.000 Anleger bangen um ihr Geld, das sie der Infinus-Gruppe gegeben haben.

Foto: Imago

Dresden. Die Infinus AG soll ihre Bilanzen mithilfe eines Provisionskarussells geschönt haben. Eine Woche nach der Razzia bei dem Dresdener Finanzdienstleister berichten Insider dem Handelsblatt, Infinus habe Gewinne aus Provisionen erzielt, die das Unternehmen von der eigenen Mutter, der Future Business KgaA (Fubus), erhalten habe.

Am Jahresende habe Infinus diese Provisionen schließlich als Gewinne zurück an die Mutter Fubus überwiesen. Auf diese Weise seien in den Bilanzen Ausgaben von Fubus in Umsätze verwandelt worden. Kosten der Mutter Fubus wurden auf dem Papier so zu Gewinnen der Infinus.

Bis Anfang 2012 soll das Provisionsrad früheren Maklern zufolge bei Geschäften mit Lebensversicherungen gedreht worden seien. Demnach hat Fubus lange Zeit Policen bei Menschen aufgekauft, die ihre Lebensversicherung zu Geld machen wollten.

Download: Der Infinus-Anlageskandal

Latexstiefel, Tanga und böse Buben

In der Regel wurden die Kunden jedoch nicht ausgezahlt, sondern erhielten im Gegenzug Orderschuldverschreibungen oder Genussrechte von Fubus-Töchtern. Fubus habe das Geschäft über die Vertriebstochter Infinus abgewickelt.

Das Geschäft soll nach der Aussage von Ex-Makler Franz Brem wie ein Provisionskarussell funktioniert haben: Denn Fubus habe laut Brem seiner eigenen Tochter Infinus Provisionen für den Kauf der Versicherungen und den Verkauf der Orderschuldverschreibungen und Genussrechte gezahlt. Linke Tasche, rechte Tasche. Am Jahresende habe Infinus den Gewinn, und damit auch die Provisionen, an Fubus zurückgezahlt. So steht es in den Bilanzen, in denen Gewinnabführungsverträge aufgeführt sind.

Die spektakulärsten Betrugsfälle der Finanzbranche
Ex-SocGen-Händler Jerome Kerviel wird zu fünf Jahren Haft verurteilt, zwei davon auf Bewährung. Ein Gericht befindet ihn der Veruntreuung, des Computermissbrauchs und der Fälschung schuldig. Kerviel hatte ohne Legitimation Positionen im Volumen von 50 Milliarden Euro aufgebaut - mehr als der Börsenwert der Bank. Es kostete 4,9 Milliarden Euro, um diese wieder aufzulösen. Den Verlust soll Kerviel seinem Arbeitgeber zurückzahlen.
Der Händler Evan Dooley von MF Global wird wegen Betrugs angeklagt, nachdem er 141 Millionen Dollar mit Weizen-Futures verzockt hatte. Der Vorfall wurde im Dezember 2009 bekannt, als die US-Aufsichtsbehörden dem Brokerhaus eine Strafe von zehn Millionen Dollar wegen unzureichender Risikokontrollen aufbrummten.
Der Händler Steve Perkins vom Londoner Brokerhaus PVM Oil Futures häuft nach einer Reihe unautorisierter Geschäfte einen Verlust von fast zehn Millionen Dollar an. Seine Spekulationen sollen den Ölpreis weltweit nach oben getrieben haben.
Der in London ansässige Merrill-Lynch-Devisenhändler Alexis Stenfors erhält ein mindestens fünfjähriges Berufsverbot. Er soll seine Handelspositionen wissentlich falsch bewertet haben, um Verluste zu verschleiern. Der Bank brockte er Abschreibungen in Höhe von 456 Millionen Dollar ein.
David Bullen und Vince Ficarra, zwei ehemalige Händler der National Australia Bank , werden nach einem Betrugsskandal zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie mit Falschbuchungen ihre Boni retten und Verluste verschleiern wollen. Die Bank kostete das 187 Millionen Dollar.
Der Hedgefonds Amaranth Advisors LLC fährt nach fehlgeschlagenen Wetten auf Erdgaspreise unter dem Händler Brian Hunter einen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar ein. Der Hedgefonds bricht wenig später zusammen.
Die Allied Irish Bank wirft dem Devisenhändler John Rusnak vor, bei der US-Tochtergesellschaft Allfirst einen Verlust von 691 Millionen Dollar verursacht zu haben. Er selbst strich zwischen 1997 und 2001 rund 850.000 Dollar an Gehalt und Boni ein. Rusnak wird zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Das japanische Handelshaus Sumitomo Corp erleidet einen Verlust von 2,6 Milliarden Dollar, der auf jahrelange nicht autorisierte Kupfer-Spekulationen zurückgeht. Dafür verantwortlich gemacht wird der Händler Yasuo Hamanaka, der gefeuert und später zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Sein Spitzname war „Mr. Fünf Prozent“ - sein Team soll zu den Boomzeiten fünf Prozent des weltweiten Kupferhandels kontrolliert haben.
Die japanische Daiwa-Bank verliert 1,1 Milliarden Dollar nach unautorisierten Geschäften des Anleihehändlers Toshihide Iguchi, der zum Management in den USA gehört. Er wandert 1996 ins Gefängnis.
Barings, eine der ältesten Investmentbanken in Großbritannien, bricht zusammen. Auslöser ist ein Verlust von 1,4 Milliarden Dollar im Derivatehandel durch den Händler Nick Leeson in Singapur. Leeson muss ins Gefängnis. Barings wird wenig später an die niederländische ING für ein Pfund verkauft.

Anders als Fubus es im Jahresabschluss als Geschäftsmodell beschreibt, wurden die Policen laut Brem auch nicht langfristig weitergeführt. „Fubus hat die Lebensversicherungen gebündelt, bis sie einen Millionenwert hatten. Dann wurden sie alle gekündigt. Das hat Geld für fällige Zinsen reingespült. Dann wurden neue Versicherungen vermittelt, was Provisionen von den Versicherungsgesellschaften brachte“, so Brem.

Das Unternehmen äußerte sich zu den Vorwürfen inhaltlich nicht, teilte auf Anfrage lediglich mit: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Dresden keine Stellungnahmen abgeben können.“

Wann Anleger misstrauisch werden sollten
Viele Finanz- und Versicherungsvermittler haben vor allem eines im Sinn: Die eigene Provision. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt, wann Anleger misstrauisch werden sollten.
Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es keine kostenlosen Beratungen gibt. Aufgrund des Provisionsinteresses ist jede „Beratung“ durch eine Bank oder einen Finanzvertrieb in Wirklichkeit ein Verkaufsgespräch.
Lassen Sie sich von den angepriesenen Renditechancen nicht blenden, sondern hinterfragen Sie kritisch auch die mit dem Anlageprodukt verbundenen Risiken.
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn man Ihnen keine Zeit lassen will, um das Angebot nochmals zu überdenken und zu prüfen, dann hat der Anbieter etwas zu verbergen.
Prüfen Sie das Beratungsprotokoll und achten Sie darauf, dass nicht irgendwelche Formulierungen enthalten sind, mit denen Ihnen im Streitfall die Verantwortung zugeschoben wird – beispielsweise mit Formeln wie „auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden“ oder Risikohinweisen, die im Gespräch überhaupt nicht auf den Tisch gebracht worden sind.
Nutzen Sie beim Abschluss eines Vertrags in den eigenen vier Wänden die Widerrufsfrist, um das Geschäft nochmals zu überdenken. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, von Ihrem Rücktrittsrecht auch Gebrauch zu machen.
Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag, wenn Sie das Finanzprodukt nicht voll und ganz verstanden haben.
Helfen Sie mit, ältere Menschen vor Finanzhaien zu schützen, indem Sie innerhalb Ihrer eigenen Familie Aufklärungsarbeit leisten und Ihren Eltern bei ihren Finanzgeschäften Unterstützung anbieten.
Machen Sie sich in Finanzfragen nicht von externen Beratern abhängig, sondern eignen Sie sich Grundwissen über die wichtigsten Anlageformen an. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu leicht verständliche und praxisnahe Ratgeber.
Stellen Sie immer die Finanzplanung an die erste Stelle und entscheiden Sie erst danach, welche Produkte überhaupt infrage kommen. So vermeiden Sie spontane Anlageentscheidungen, die langfristig nicht zu Ihrer Lebensplanung passen. Quelle: Schwarzbuch Banken von der Verbraucherzentrale NRW

Am Dienstag vergangener Woche hatten in einer Großrazzia 400 Ermittler Büroräume und Privatwohnungen des Infinus-Managements durchsucht. Der Verdacht: Anlagebetrug. 25.000 Anleger müssen um 400 Millionen Euro bangen, befürchtet die Staatsanwaltschaft Dresden.

Oberstaatsanwalt Lorenz Haase sagt, Infinus habe in Verkaufsprospekten „unrichtige Angaben zur Vermögens- und Ertragslage“ gemacht. Mehr nicht. Er bittet um Verständnis für seine Wortkargheit. Es gehe um ein laufendes Verfahren.

Zahlreiche Betroffene bangen nun um ihre Gelder bangen. „Hier scheint sich in der Tat ein enormer Skandal anzubahnen“, sagte Andreas Lang, Vorstand der Anwaltskanzlei Nieding und Barth dem Handelsblatt. „Es müsste sich aber noch der Verdacht erhärten, dass die Geschäfte tatsächlich auf betrügerischer Grundlage geschehen sind“.

Fallstricke bei geschlossenen Fonds
Anteile an geschlossenen Fonds oder Unternehmensbeteiligungen sind in der Regel nur etwas für Anleger, deren Vermögen im sechsstelligen Bereich liegt und die bereits Aktien, Anleihen, Festgeld und ein eigenes Häuschen besitzen. Der Anteil geschlossener Fonds sollte maximal 30 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen.
Die Beteiligungen laufen in der Regel zehn Jahre und länger. Der Anleger muss somit in der Lage sein, über viele Jahre auf dieses Geld zu verzichten. Ein vorzeitiger Verkauf ist zwar beispielsweise bei Schiffen über den Zweitmarkt möglich. Die Preise dort schwanken jedoch stark – insbesondere seit der Finanzkrise.
Steuerliche Aspekte spielen im Gegensatz zu früheren Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle beim Kauf von geschlossenen Fonds. Viele populäre Anlagemodelle wie die in den 90er-Jahren – etwa Ost-Immobilien mit hohen Sonderabschreibungen – gibt es längst nicht mehr.
Wie viele andere Anlageklassen unterliegen auch die geschlossenen Fonds und Unternehmensbeteiligungen gewissen Modetrends. Beliebt sind aktuell Fonds im Bereich Flugzeugleasing. Zudem ist zu beobachten, dass die Anleger wieder risikofreudiger werden. Sogar Private-Equity- und Projektentwicklungsfonds finden wieder Käufer. Das war vor zwei Jahren noch nahezu undenkbar.

Bislang wurde bereits bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Dresden acht Mitarbeiter in Deutschland und Österreich verdächtigt, bei der Ausgabe von Orderschuldverschreibungen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage von Emittenten gemacht zu haben. Sechs deutsche Beschuldigte wurden in Haft gesetzt.

Bei Orderschuldverschreibungen verpflichtet sich der Schuldner, an einen namentlich genannten Gläubiger eine bestimmte Summe plus Zinsen zu zahlen. Die Forderung ist übertragbar. Die Anlageform gilt als riskant, weil Anleger nicht durch ein Einlagensicherungssystem vor dem Totalverlust geschützt sind.

Wie hoch die Schadenssumme ist, konnte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase zunächst noch nicht sagen. „Das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.“ Es sei zu untersuchen, ob es sich um ein sogenanntes Schneeballsystem gehandelt habe. Bei Razzien in Deutschland und Österreich soll umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden sein.

Um diese Produkte geht es im S&K-Fall
Die Rechtsanwalt-GmbH PIA, ein Zusammenschluss der beiden großen Kanzleien Nieding und Barth in Frankfurt und Tilp in Tübingen, hat eine Liste mit Fonds und anderen Produkten erstellt, die von dem mutmaßlichen Betrug der S&K betroffen sind. Nachfolgend wird diese Liste dargestellt.
Über eine Treuhandkommanditistin der United Investors Gruppe wurden hier die Gelder der Anleger, ausweislich des Prospektes, in andere S&K Gesellschaften investiert, die sich wiederum an weiteren S&K Zweckgesellschaften beteiligen sollten. Diese sollten dann in Immobilien aus Zwangsversteigerungen investieren.
Bei dieser Beteiligung wurden Anlegergelder des Fonds als Darlehen an die Deutsche S&K Sachwert AG vergeben, welche die Gelder dann auf dem deutschen Immobilienmarkt investieren sollte. Die Beteiligung erfolgte über eine treuhänderisch gehaltene Kommanditbeteiligung.
Der Nachfolgefonds zum Deutsche S&K Sachwerte GmbH & Co. KG versprach die gleiche Strategie wie der Vorgänger. Auch hier sollten Anlegergelder als Darlehen an S&K Gesellschaften vergeben werden, die dann im Immobilienmarkt investieren sollten.
Als Private-Equity Fonds sollten die vorstehenden Beteiligungsangebote nicht nur der Immobilienfinanzierung, sondern der S&K Gruppe auch zum Wachstum dienen.
Die sogenannten „Vario” Produkte (Vario Zins, Vario Flex, Vario Loan, Vario First und Vario Prime) der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG (DSW), die in S&K Gesellschaften investiert haben.
Die MIDAS Mittelstandsfonds Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6 GmbH & Co. KGs, die von der S&K Gruppe 2011 übernommen wurden.
Die SHB-Fonds der SHB Innovative Fondskonzepte AG, an denen die S&K Gruppe über die Muttergesellschaft beteiligt ist, insbesondere die SHB Altersvorsorgefonds, SHB Renditefonds 6 und die SHB Fonds Fürstenfeldbruck und München.
Die DCM-Fonds der DCM AG, die seit 2012 von der S&K gehörenden DCM Verwaltungs GmbH und der DCM Service GmbH verwaltet werden.
Die Asset Trust AG bewog Anleger in der Vergangenheit dazu, Lebensversicherungen gegen Investments in S&K zu tauschen. Auch über die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG beteiligen sich Anleger an S&K.

Die Durchsuchungen habe es in Dresden, Stuttgart, in der Nähe von Köln, Frankfurt, Traunstein sowie im österreichischen Salzburg gegeben. Sowohl die Geschäftsräume von rund 30 Firmen als auch Privatwohnungen seien betroffen gewesen. Etwa 400 Beamte waren im Einsatz.

Infinus hatte die Vorwürfe nach den Razzien bereits zurückgewiesen und die Durchsuchungen als „unverständlich“ bezeichnet. „Aus unserer Sicht sind die Vorwürfe haltlos und durch nichts zu begründen“, erklärte Infinus-Vorstandsmitglied Kewan Kadkhodai der Deutschen Pressagentur. In Zusammenarbeit mit den Behörden wolle man alles tun, „um schnell und unmissverständlich auf eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe zu dringen.“

Laut Anlegeranwalt Lang sei die Staatsanwaltschaft jetzt gehalten, das Vermögen von Infinus sicherzustellen: „Das bedeutet, dass fällige Gelder zur Zeit nicht ausgezahlt werden.“ Kunden sollten sich sputen. „Es ist Eile geboten, weil in diesem Fall derjenige zuerst Geld ausgezahlt bekommt, der sich auch als Erster gemeldet und somit das Vermögen gepfändet hat“, sagt Lang.

Infinus ist ein weiterer Fall in einer langen Reihe von Anlegerskandalen in den vergangenen Monaten und Jahren. In Zeiten niedriger Zinsen vertrauen viele Anleger auf den Graumarkt. Dort bieten clevere Verkäufer vermeintlich sichere Geldgeschäfte, die angeblich üppige Renditen und Sicherheit versprechen. „Es ist erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit manche Anlagebetrüger vorgehen – und wie viele Anleger, aber auch sonstige Geschäftspartner wie Depotbanken darauf hereinfallen“, sagt Lang.

Im September erst bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg dem Handelsblatt, dass Heinrich Maria Schulte, Firmenchef des Hamburger Fondshauses Wölbern Invest bei einer Razzia verhaftet wurde. Wölbern Invest generiert sich als gute Adresse für Anleger. „Als traditionelles Emissionshaus initiieren wir konservativ kalkulierte geschlossene Fonds in den Assetklassen Real Estate und Private Equity“, warb Wölbern auf seiner Internetseite.

Seit 1993 hatte Wölbern nach eigenen Angaben 97 Fonds mit einem Investitionsvolumen von rund 3,8 Milliarden Euro emittiert. Unter anderem vertrieben die Commerzbank, Citibank und Sparkassen die Fonds. Geschlossene Beteiligungen bieten in der Regel üppige Vertriebsprovisionen, auf der Internetseite wirbt Wölbern weiterhin um Vermittler.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg wirft Schulte „gewerbsmäßige Untreue in 318 Fällen vor“. Dabei ging es um 318 angeblich unlautere Überweisungen in der Zeit vom 16. August 2011 bis 28. Juni 2013 auf ein deutsches Konto einer niederländischen Bank. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft seien 29 geschlossene Immobilienfonds betroffen. Die Verhaftung erfolgte wegen Fluchtgefahr: Schulte habe im Falle einer Verurteilung mit einer mehrjährigen Haftstrafe zu rechnen. Zudem besitze er Verbindungen ins Ausland.

Zuvor sorgten Fotos im Zusammenhang mit der Firmengruppe S&K in Boulevardmedien für Aufsehen. Fahnder haben während einer Razzia Säcke voller Geld aus einer Villa der Beschuldigten getragen. Partybilder zeigen Manager mit hübschen Mädchen und Fuhrparks voller schneller Autos und Motorräder.

Die Verantwortlichen der S&K-Gruppe stehen im Verdacht, mit einem sogenannten Schneeballsystem Anleger geprellt zu haben. Die Frankfurter Staatsanwälte ermittelten zunächst gegen 85 Verdächtige, darunter die beiden Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft S&K als Hauptbeschuldigte. Stephan Schäfer, einer der in Haft genommenen Verdächtigen, stürzte sich mit Handschellen gefesselt aus einem Fenster des Gerichtshauses und zog sich schwere Verletzungen zu.

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Die Prasserei der Verantwortlichen ist mittlerweile legendär. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte eine Liste der beschlagnahmten Dinge im Bundesanzeiger. Die Auszüge listen unter anderem Uhren: drei Rolex, zwei Hublot und eine Glashütte zum Schätzpreis von jeweils 5000 Euro.

Weiterhin eine lange Liste an Musiktechnik im Wert von mehreren tausend Euro, ein Silberarmband und Bargeld in verschiedenen Währungen im fünfstelligen Eurobereich. Und: Grundbucheinträge, gepfändete Konten und Versicherungsverträge. Außerdem: Goldbarren, Motorräder und Bargeld in verschiedenen Währungen.

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