Virtual Reality: Investoren dämpfen die Euphorie von Gründern
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Foto: HandelsblattKöln. VR-Brillen lassen Nutzer tief in virtuelle Umgebungen eintauchen und die reale Welt vergessen. Das 2018 gegründete Start-up ReHub nutzt die Brillen, um Schlaganfallpatienten mit Spielen zu speziellen Reha-Übungen zu animieren. Ab Mitte 2022, so hofft Gründer Philipp Zajac, können Ärzte die Software „Rehago“ als digitale Gesundheitsanwendung (DiGa) verschreiben – und dem Unternehmen endlich Einnahmen bringen.
Mit hundert VR-Brillen testet das Start-up seinen Ansatz bereits, auch eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt liegt vor. Kopfschmerzen bereitet dem Gründer: Das Guthaben auf dem Firmenkonto schmilzt. „Ohne weitere Investoren wird es nicht gehen“, sagt Zajac. 2,2 Millionen Euro hat das 19-köpfige Start-up bisher von Wagniskapitalgebern und aus einem Forschungsprogramm erhalten – bis zum Markteintritt ist nach Schätzungen des Gründers ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag nötig. „Wir müssen sehr viel Überzeugungsarbeit bei Geldgebern leisten.“
Seit Jahren „das nächste große Ding“
Tatsächlich hat sich ReHub ein Feld ausgesucht, um das viele Investoren bisher einen Bogen machen. Zwar fließt in Start-ups aus der digitalen Gesundheitswirtschaft insgesamt deutlich mehr Geld als noch vor einem Jahr. Doch in diesem Jahr ist in Deutschland noch keine Finanzierungsrunde eines Start-ups bekannt geworden, das mit Virtual-Reality-Technologien auf den Medizinmarkt zielt. Dem stehen Prognosen von Marktforschern gegenüber, die VR-Anwendungen regelmäßig eine rosige Zukunft vorhersagen. Woher kommt die Zurückhaltung der Geldgeber?