Vorstandsbiografien: Was die Uni Köln zum Karrierebooster macht
Von links: Deutsche-Bank-Vorstand Stefan Simon, Allianz-Chef Oliver Bäte, Telekom-Technologievorständin Claudia Nemat, Bayer-Chef Werner Baumann und Dagmar Steinert, Finanzvorständin bei Fuchs Petrolub.
Foto: Unsplash, REUTERS, Tim Frankenheim, obs, imago/Sven Simon, jochen rolfes photographerDüsseldorf. Neulich hat Axel Freimuth in seiner Küche ein Fünfgängemenü gezaubert. Regelmäßig lädt der Rektor der Universität zu Köln wichtige Geldgeber und engagierte Persönlichkeiten für einen Plausch zu sich nach Hause – „zum Zeichen der besonderen Wertschätzung“, wie Freimuth sagt.
Genauso wichtig ist dem 64-Jährigen aber, dass er die Unabhängigkeit seiner Uni weiterhin garantieren kann. Er weiß deswegen genau, wer wie viel fördert. 119,35 Millionen Euro kassierte seine Uni 2021 an Drittmitteln, das meiste kommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, rund 3,37 Millionen Euro aus der Wirtschaft.
Dass der Draht in die Wirtschaft so eng ist, hat auch damit zu tun, dass viele Kölner Alumni mittlerweile in den Chefetagen bekannter Unternehmen sitzen. So zeigt eine Auswertung der Unternehmensberatung Horváth von Ende 2021, dass 20 von insgesamt etwa 870 deutschen Vorständen aus Dax, MDax und SDax ihren letzten Abschluss in der Domstadt gemacht haben. Erst danach kommen die Unistandorte Aachen, Münster, Mannheim und München.