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Prüfers KolumneMit der Megajacht durch den Metaspace

Mark Zuckerberg hat sich im Sale eine Jacht gekauft. Ein Urlaub mit ihr erfordert aber einige Zugeständnisse, findet unser Kolumnist. Unter anderem wegen der büroähnlichen Situation an Bord.Tillmann Prüfer 03.08.2024 - 11:16 Uhr
Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“. Foto: Handelsblatt

Der Meta-Chef Mark Zuckerberg hat eine Jacht, die Launchpad heißt. Das bedeutet so viel wie Startrampe. Dabei ist ein Raketensilo das Einzige, was dieses Schiff nicht besitzt, ansonsten so ziemlich alles. Drei Decks, einen Kinosaal, einen Hubschrauber-Landeplatz, Pool, Basketballplatz, und das Beiboot ist wiederum eine Jacht.

Angeblich sollte die Jacht eigentlich für den russischen Multimilliardär Roman Arkadjewitsch Abramowitsch gebaut werden, konnte aber nicht an ihn ausgeliefert werden, weil Russland die Ukraine überfallen hat. Demnach hätte Zuckerberg das Boot gewissermaßen im „Sale“ gekauft.

Jachten solcher Ausmaße nennt man Megajachten, manchmal werden sie auch Gigajachten genannt. Sie treffen auf viel Neid und Missgunst.

Als die Launchpad etwa vor Mallorca lag, war der Ärger der Bevölkerung groß, weil der Heli ständig zwischen Jacht und Begleitjacht kreuzte. Außerdem wird Zuckerberg der Treibstoffverbrauch seines Schiffs vorgeworfen: Die Motoren verbrennen 4400 Liter Diesel in der Stunde.

Dabei soll doch für Zuckerberg Klimaschutz ein großes Thema sein, immerhin, so mäkelte die „Süddeutsche Zeitung“, wollte er Metaspace-Reisen per Virtual Reality fördern, weil das klimaschonender ist als Reisen mit Autos und Flugzeugen.

Vielleicht hat man ihm beim Kauf der Launchpad nicht gesagt, dass Jachtreisen auch jede Menge Kohlendioxid ausstoßen. Vielleicht würde sich Mark Zuckerberg darauf berufen, dass er ja nur ganz selten reise mit seiner Jacht, während andere ja ständig flögen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur sehr schön, auf einer Jacht zu sein – wer weiß.

Erstaunlich ist aber schon, dass Urlaub auf einer Megajacht ein Vergnügen ist, auf das sich offenbar alle Superreichen einigen können. Denn immerhin muss man dabei einige Zugeständnisse machen.

Ein Schiff von 118 Meter Länge ist ganz schön, aber als alleiniger Lebensraum auch nicht riesig. Einfach an den Strand legen kann man sich als Zuckerberg ja nicht.

Und dann hat man auf dem Schiff noch 48 Leute Besatzung. Man ist also nicht allein, sondern ständig umtrubelt von Leuten, denen man Anweisungen geben muss. Das fände ich gar nicht so gut, da kann man doch gleich im Büro bleiben. Und wenn es das Schönste ist, was man als Multimilliardär erleben kann, ist das fast traurig.

Die Launchpad ist neun Meter kürzer als die Jacht von Jeff Bezos, auf der Liste der längsten Jachten der Welt belegt sie gerade mal Platz 33. Die Jacht des Herrschers der Vereinigten Arabischen Emirate, Muhammad bin Zayid Al Nahyan, ist 180 Meter lang.

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Wenn Zuckerberg in den südlichen Gewässern kreuzt, kann er sich also schon mal richtig klein und mickrig vorkommen. Vielleicht hat er eine Virtual-Reality-Brille an Bord, mit der er in den Metaspace flüchten kann. Wer weiß, welches Boot er dort fährt.

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